"Eltern sind die falsche Adresse für Streikende"

Die Reutlinger Eltern fühlen sich mit dem Wunsch der Erzieherinnen nach mehr beruflicher Anerkennung verbunden, heißt es in einer Mitteilung.

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Zwei Teilnehmer an der freiwilligen Betreuung "Eltern helfen Eltern" in der Festhalle Mittelstadt. Sie hatten dabei sichtlich Spaß.  Foto: 

Die zurückliegenden vier Streiktage in Kindertageseinrichtungen haben Eltern und Kinder erheblich auf die Probe gestellt. Die Aussicht auf vier weitere geplante und mögliche zusätzliche Streiktage stellt viele Eltern vor ganz konkrete Probleme, heißt es in einer Erklärung des Gesamtelternbeirats. Eltern müssen mit Arbeitgebern und Kollegen nach Lösungen für die Streiktage suchen, für einen großen Teil bleiben schon jetzt nur unbezahlte Freistellung, Minderarbeit oder der Abbau von Überstunden. Bei 30 Schließtagen im Jahr ist der Urlaubsanspruch ohnehin bereits vielerorts ausgeschöpft. Mehr noch als die Eltern sind die Kinder betroffen, die oft nicht verstehen, warum sie nicht in die Kinderbetreuung können.

"Wir Eltern unterstützen die Erzieherinnen grundsätzlich in ihren Forderungen nach einer Aufwertung ihres Berufsbildes. Wir fürchten uns aber vor einem langen Streik, denn er wird ganz unmittelbar zu unseren Lasten ausgetragen" fasst Claus Mellinger vom GERK-Vorstand die Gefühlslage vieler Eltern zusammen. Um die Folgen an den Streiktagen abzumildern organisiert der GERK eine freiwillige Betreuung durch Eltern. Unter dem Motto "Eltern helfen Eltern" wird an den Streiktagen eine Betreuung von 7.30 bis 13 Uhr angeboten, die von ehrenamtlichen Eltern in Räumen der Stadt gemacht wird, die diese kostenlos bereitstellt. Interessenten und freiwillige Helfer können sich an die eigens eingerichtete E-MailAdresse streik@gerk-info.de wenden. An den kommenden Streiktagen (13., 18., 19. und 20. Mai finden jeweils Angebote statt).

"Wir Eltern sind die falsche Adresse für den Druck der Streikenden. Wir unterstützen die Forderungen im Grundsatz und respektieren das Streikrecht, viele von uns können längere Streiks aus beruflichen und privaten Gründen jedoch nicht mittragen", so der GERK-Vorstand. Eine eigens gebildete Arbeitsgruppe aus Vertretern der Eltern und des GERK-Vorstands hat deshalb Forderungen an die Tarifparteien formuliert. Sie sollen sich möglichst unverzüglich wieder an den Verhandlungstisch setzen. Weiter fordern sie die Oberbürgermeisterin Barbara Bosch als Präsidentin des Städtetages auf, sich für die Fortsetzung der Verhandlungen einzusetzen. Um den Forderungen der Eltern Nachdruck zu verleihen, soll den Ausschuss-Mitgliedern und der OB eine Liste mit dringenden Anliegen der Eltern an die Stadt übergeben werden, um die akuten Streikfolgen abzufedern. Derzeit werden Unterschriften, um den Anliegen der Eltern Nachdruck zu verleihen.

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