"Ein herzliches Willkommen"

Bislang leben rund 130 Asylsuchende in der vor einem Monat bezogenen Notunterkunft im ehemaligen Vallon-Fabrikgebäude. Am Sonntag fand die offizielle Begrüßung durch den Asylarbeitskreis statt.

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Die Hilfsbereitschaft und das Engagement sind groß. Wie in vielen anderen Gemeinden geht es dem seit einem Jahr bestehenden und inzwischen auf fast 80 Personen angewachsenen Asylarbeitskreis (AK Asyl) darum, in Eningen eine Willkommenskultur für Flüchtlinge zu schaffen, Hemmschwellen abzubauen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Einen Anfang machten die freiwilligen Helfer am Sonntag mit der offiziellen Begrüßung der neuen Bewohner. Vor der Notunterkunft überreichten Mitglieder des AK Asyl zahlreiche Willkommenspäckchen mit Gebäck, Mützen, Schals und warmen Socken, die katholischen Pfadfinder reichten Plätzchen und heißen Punsch und Sibylle Loth vom AK Asyl wünschte den Flüchtlingen ein herzliches Willkommen: "Wir alle wissen, dass Sie Ihre Heimat unter schwersten Bedingungen verlassen haben", ließ sie Mekhail Fanous übersetzen, "wir wollen Ihnen dabei helfen, Ihren Alltag hier so gut wie möglich zu bewältigen". Die jungen Männer, die trotz der kühlen Temperaturen zum Teil in T-Shirts und Flipflops nach draußen kamen, nahmen die Nikolausgeschenke dankend an.

Nachdem die Umbaumaßnahmen vor gut einem Monat abgeschlossen wurden, zogen am 11. November die ersten 50 Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Eritrea in das ehemalige Fabrikgebäude der Firma Vallon ein. 80 weitere junge Männer kamen in den vergangenen drei Wochen dazu und Ende nächster Woche werden weitere 20 Asylsuchende erwartet. 150 Personen werden dann in der vom Landkreis angemieteten Unterbringung leben. Sie wohnen in durch Gitter oder Planen abgegrenzten großen Räumen, ausgestattet mit Stockbetten, Spinden, Tischen und jeweils einem Kühlschrank für drei Personen. Es gibt auf zwei Stockwerken verteilt genügend Toiletten, Duschen und Waschmaschinen, mehrere Küchenparzellen sind außerhalb des Gebäudes in einem Container untergebracht.

Es fehlen zwar noch Vorhänge an den großen Fensterfronten, sodass man von außen auf die Betten schauen kann und auch das Warmwasser funktioniert noch nicht. Auch ist nicht zu übersehen, dass vieles im Schnellverfahren hergerichtet wurde: "Wir tun unser Möglichstes", betonte Martin Brauße bei seiner Ansprache, aber es sei nicht so einfach, in so kurzer Zeit Bedingungen zu schaffen, die einer so großen Zahl von Flüchtlingen ein komfortables Dach über dem Kopf garantiert. "Gemeinsam schaffen wir das", ist er trotzdem überzeugt und verwies auf den Arbeitskreis, der nicht nur die Begrüßung am Sonntag mit Unmengen von Willkommenspäckchen organisierte, sondern auch zahlreiche andere Aufgaben übernommen hat.

So haben sich inzwischen sieben Arbeitsgruppen gebildet, die die Flüchtlinge tatkräftig unterstützen. Eine ist für die Begleitung im Alltag zuständig, eine andere hilft bei Behördengängen und eine weitere kümmert sich um die allgemeine Koordination. Selbst eine Internet-Homepage wurde eingerichtet und ein vorübergehendes Asylcafé ist jeden Donnerstag von 16 bis 19 Uhr im Gemeindehaus der Andreaskirche geöffnet. Ab Frühjahr soll dann im Eninger Spital ein festes Café für Asylsuchende eingerichtet werden. Zudem werden insgesamt sechs Deutsch-Sprachkurse angeboten, von denen der erste gestern startete. Zwei Sozialarbeiter sind zur Betreuung der Flüchtlinge ständig vor Ort, ein Hausmeister kümmert sich um die technischen Belange und ein Sicherheitsdienst ist ebenfalls im Einsatz.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass die getroffenen Maßnahmen zur schnellen Integration der Menschen, die wegen ihrer Herkunft eine hohe Chance auf Asyl-Anerkennung haben, beitragen.

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