"Der Eröffnungstermin wird eingehalten"

Die Stadthalle hat nicht nur äußerlich Form angenommen. Auch im Inneren geht es derzeit mächtig voran. Vor allem dem Holzfußboden gilt da die volle Aufmerksamkeit – und alles liegt absolut im Plan.

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Es gibt Großprojekte, deren Eröffnung wieder und wieder verschoben wird. Weil Reutlingen aber nicht Berlin oder Brandenburg und die Stadthalle schon gar kein Flughafen ist, dürfte der Einweihung der derzeit zweitgrößten Baustelle auf dem Stadtgebiet wohl nichts im Weg stehen.

Vor allem das Innere gleicht derzeit einem Ameisenhaufen. An allen Ecken und Enden wird gewerkelt, werden noch Wandverkleidungen angebracht oder die Technik bereits ersten Probeläufen unterzogen. Trotzdem gilt dem Saalboden momentan die größte Aufmerksamkeit. Nachdem der zuerst beauftragte Betrieb, nämlich insolvent gegangen ist, hieß es für das Ersatzunternehmen ordentlich auf die Tube drücken. Denn mit dem im Frühjahr erteilten Auftrag musste nicht nur an den ursprünglichen Plänen ordentlich gefeilt werden, die Wertheimer Spezialisten mussten das Projekt Stadthalle auch zusätzlich in ihrem Terminkalender unterbringen.

Hermann Patz, Geschäftsführer von Bühnenbau Wertheim, nimmt’s dennoch gelassen. Dank seiner langjährigen Berufserfahrung wirft ihn nämlich nichts so leicht aus der Bahn, auch wenn’s wie auf allen Baustellen hochpräzise, flott und selbstverständlich termingerecht zugehen muss.

Dementsprechend ist er derzeit persönlich vor Ort und sorgt mit seinem Mitarbeiter Michael Gramlich dafür, dass beim Einbau der insgesamt 720 Platten auf rund 680 Quadratmeter nichts schief geht. Stellen doch vor allem die Spaltmaße von sechs Millimeter für die ausfahrbaren Sitzplatz-Elemente eine echte Herausforderung dar. Denn, so Hermann Patz: „Schon ein Millimeter wäre bei dieser Vorgabe eine riesige Abweichung“, erklärt der Chef und weiß um die notwendige Präzision bei der Arbeit.

Eine weitere Herausforderung sei die Lochung von gut der Hälfte der Platten gewesen. Nicht nur, dass die für die Belüftung notwendig sei, insgesamt wurden in 100 Stunden auch mehr als eine Million Löcher gebohrt.

Für Dünnbrettbohrer ist die Ausgestaltung der Stadthalle also nichts. Hermann Patz ergänzt deshalb: „Normale Schreiner lassen aus diesem Grund auch des Öfteren die Finger von solchen Aufträgen.“ Denn gerade im Theater- und Veranstaltungshallenbau, wo zahlreiche Elemente beweglich seien und sein müssten, sei absolute Fachkenntnis gefragt.

Während allein die Bodenplatten aus Birkensperrholz mit ihrer Sichtfläche aus amerikanischem Nussbaum 23 Tonnen wiegen und der große Saal bis Ende der Woche komplett beplankt sein soll, lässt sich der städtische Projektleiter Klaus Kessler nicht aus der Ruhe bringen. Er meinte beim Vor-Ort-Termin: „Der Eröffnungstermin wird gehalten.“ Auch wenn momentan höchste Anspannung herrsche und die Handwerker mit Blick auf die Fertigstellung mit Mann und Maus vor Ort seien.

Trotzdem bereitet Kessler eine Sache ein wenig Bauchschmerzen: die Bepflanzung rund um die neue Halle. Während die direkt ans Gebäude angrenzenden Bäume nämlich im November gesetzt werden könnten, könnte es für den gesamten Park tatsächlich eng werden. Aber: „Man darf die Hoffnung nie aufgeben.“ Schließlich sei er ja Berufsoptimist.

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