"Da kommt was zurück"

Das Eröffnungskonzert im September war was ganz Großes, Neues für die Eninger Szene. Ein halbes Jahr später ist das Jugendcafé in der Ortschaft angekommen. Es gibt viele Pläne für weitere Kooperationen.

|
Laura Kipp aus Reutlingen, mal solo am Klavier, mal mit Band, brachte Balladen vom Feinsten.  Foto: 

Die brillante Feuershow zum dritten "Jugendcafé in concert" hatte etwas Symbolisches: Passanten blieben erstaunt stehen, Restaurantbesucher ließen sich von der Atmosphäre auf dem Trottoire einfangen. Was sonst hinter schalldichten Fenstern stattfindet, hat seinen Weg in die Mitte der Eninger Gesellschaft gefunden: "Heute Abend waren zum ersten Mal mehr Eninger als Auswärtige hier", betonte Jugendsozialarbeiter Achim Löcke nicht ohne Stolz, "wir werden nach draußen wahrgenommen, es gibt bisher nur positive Reaktionen aus der Nachbarschaft und beim Aufhängen der Plakate."

Die Atmosphäre beim dritten "Line up"-Konzert ist entspannt. Die Gruppen haben Niveau: "Firechili" war eine private Empfehlung aus der Stuttgarter Ecke und mal was ganz Besonderes, das Solo-Programm des Eninger Gitarristen Michael Rollmann von Rock bis Jazz ein gelungenes Heimspiel. Laura Kipp aus Reutlingen, solo am Klavier und mit Band, brachte Pop und Balladen vom Feinsten mit einer Stimme, die unter die Haut kroch. "Es macht im Ort die Runde, dass es sich hier gut aushalten lässt", bedankte sich Löcke beim Publikum, "das freut mich ganz besonders."

Das alte Image des Jugendhauses löse sich auf, ergänzt er später im Gespräch, das sei der Plan gewesen. Die frühere Klientel ist dabei längst integriert, bei der Organisation und im Partybetrieb und mit ordentlichem Selbstverständnis, weil was nach vorne geht: "Da kommt was zurück." Die Kontakte zu den umliegenden Musikschulen in Pliezhausen und Tübingen sind längst hergestellt. "Wir wollen was mit dem Ortsjugendring und den Jugendarbeitern der Kirche auf die Beine stellen. Die Kontakte laufen an", zählt Löcke auf, "die Idee eines Filmfreitags kommt auch bei der Schule sehr gut an. Der Kontakt zum Kinoforum in Bad Urach funktioniert."

Bis zum Sommer soll im Jugendcafé einmal im Monat ein Konzert mit jeweils zwei bis drei regionalen Gruppen stattfinden, darunter ein semiprofessionelles Highlight aus Meidelstetten. Im Gespräch ist die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Buchladen bei Lesungen. Der Kontakt zur Jugendmusikschule in Eningen wird schon der Akzeptanz wegen gut gepflegt.

Löcke: "Das Jugendcafé soll für alle offen sein, für Alt und Jung. Das Haus bietet sich für vieles an." Dass der Eninger Bürgermeister seinen Gemeinderat in der Sitzung persönlich zum Gig einlädt, hat längst Tradition.

Die Jugendarbeiter sehen sich als Teil des örtlichen Netzwerks und der Tagespolitik. Die Entwicklung im Wohngebiet "In der Raite" wird mitverfolgt. Aufsuchende Jugendarbeit, sagt Löcke, gehört selbstverständlich zum Job der Sozialarbeiter: "Wir sprechen mit den Jugendlichen, wenn was anliegt." Als "Sherriffs" verstehen sich die Pro-Juventa-Mitarbeiter allerdings wirklich nicht.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ein erster Schritt zur Marke

Die Achalmstadt will in einen Markenbildungsprozess einsteigen. Für 90 000 Euro wird sie dabei von einem Hamburger Unternehmen begleitet. weiter lesen