"Auf dass ein Licht aufgehe"

Die Kirchen müssen sparen, nun hat es nach 2006 erneut auch die Protestanten in Pfullingen erwischt. Doch statt zu lamentieren, dass 2018 eine halbe Stelle gestrichen wird, erarbeiten sie neue Konzepte.

|

"Wir wollen hoffen, das uns ein Licht aufgeht, auf dass es nicht untergeht - und dafür wollen wir alle Konzepte beleuchten." Poetisch formulierte Peter Hofmayer, Vorsitzender der evangelischen Gesamtkirchengemeinde in Pfullingen, was neu strukturiert werden muss. Das intensive Gespräch an den jeweiligen Stellwänden mit allerlei Infos ist nun der erste Schritt, bindende Beschlüsse werden später gefasst. Noch ist ja Zeit für eine Umstellung, die aber auch durchaus ihren Charme hat.

Bis 2018 wird die halbe Stelle der "Martinskirche-Ost" abgeschafft. Und aus drei Einzelkirchengemeinden sowie der Gesamtkirchengemeinde soll eine evangelische Kirchengemeinde werden. Der Grund sind Sparpläne der Landeskirche.

Nun diskutierten im Paul-Gerhardt-Haus die Verantwortlichen in Pfullingen darüber, wie man neue Strukturen schaffen kann, die möglicherweise sogar positive Effekte auf die gesamte Arbeit haben könnten. "Wir wollen hören, was die Teilnehmer bewegt", so Hofmayer. Rund 100 waren ins Paul-Gerhardt-Haus gekommen, um sich zu informieren, wobei, wo denn nötig, auch Kritik geübt werden sollte.

Der neue Kirchengemeinderat, so der bisherige Vorschlag, soll zwölf Mitglieder haben, für die drei Kirchen, die Magdalenen-, die Martins- und die Thomaskirche soll es künftig "Gemeinde-Ausschüsse" geben, also keine Rede von mangelnder Beteiligung.

Die Pfarrer sollen - ab 2018 dann in vier Seelsorgebezirken - bei vier Pfarrämtern spezialisierte Aufgabenbereiche erhalten. Zum Beispiel sich auf Seelsorge zu konzentrieren, oder auf die Kinder und die Jugend, die Geschäftsführung oder Gottesdienste. Man benötige bis 2018 somit eine "Bündelung der Dienstaufträge", so Barbara Seichter, Vorsitzende des Kirchengemeinderats der Thomaskirche.

Was heute vorliege, so Peter Hofmayer, seien jedoch nur "Richtungsentscheidungen", mehr könne und wolle man noch nicht vertieft beraten. Zumal ja die Kirchenmitglieder noch häufiger konsultiert werden.

Eingangs machte Helmut Schwarz, Vorsitzender des Gesamtkirchengemeinderats, bei der Gemeindeversammlung deutlich, in welche Richtung es - auch bei den Protestanten im Land - in den vergangenen 45 Jahren ging. 1971 hatte Pfullingen mit seinen damals 16 000 Einwohnern 12 200 evangelische Gemeindemitglieder, 1980 gab es sogar eine fünfte Pfarrstelle. 1994 waren es immer noch drei Kirchengemeinden und weiterhin fünf Stellen. Im Jahr 2006 musste eine halbe Stelle davon eingespart werden. Bis zum Jahr 2018, so die Schätzungen, soll die Zahl der Gemeindemitglieder bei nunmehr um die 8000 liegen, so Schwarz

"Sondieren und Planen", lautet Schwarz' Devise. Seit 2014 gebe es bereits einen "Arbeitskreis Fahrplan". Und Barbara Seichter ergänzte: Womöglich seien ja auch Dienstaufträge "flexibler leistbar".

An den fünf Info-Tafeln, es informierten die Pfarrer, war dann auch jede Menge los.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Nach Großbrand auf Gestüt: Experten suchen Brandursache

Bei einem Großbrand in der Nacht zum Mittwoch ist auf dem Gestütshof St. Johann ein denkmalgeschütztes Wirtschaftsgebäude abgebrannt. Experten suchen nun nach der Ursache. weiter lesen