"Aktion Sterntaler" setzt sich für benachteiligte Kinder ein

Benachteiligten Kindern und Jugendlichen "eine hoffnungsvollere Zukunft" zu ermöglichen hat sich die "Aktion Sterntaler" der Citykirche, des Diakonieverbands und des Caritas-Zentrums zur Aufgabe gemacht.

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Die Sachbearbeiterinnen Florence Wetzel und Eva Sailer und zwei der vier Geschäftsführer der "Sterntaler", Günter Klinger und Pfarrerin Sabine Drecoll (von links). Nicht im Bild Hermann Rist und Pastoralreferentin Ulrike Neher-Dietz. Foto: iri

"Wir glauben an Kinder und was in ihnen steckt", erläuterte Pfarrerin Sabine Drecoll die Motivation für die "Aktion Sterntaler". Fördermöglichkeiten für die Fähigkeiten der Kinder im Sport oder in der Musik kosten oft viel Geld, Geld das vielen Familien im Landkreis Reutlingen nicht zur Verfügung steht. Alleinerziehende Mütter, Hartz-IV-Empfänger oder auch Menschen aus dem Niedriglohn-Bereich wünschen sich eine gezielte Förderung der Begabung ihrer Kinder, können sich diese aber nicht leisten. Jedoch ist gerade diese Unterstützung oftmals der Schlüssel für eine "hoffnungsvollere Zukunft der Kinder", so Drecoll. "Freizeitaktivitäten wirken sich positiv auf die Schulleistungen aus und ermöglichen Kindern und Jugendlichen neue soziale Kontakte."

Aus diesem Grund stellte die Citykirche in Kooperation mit dem Diakonieverband und dem Caritas-Zentrum am 15. September vergangenen Jahres die "Aktion Sterntaler - Kinder fördern, stärken, unterstützen" auf die Beine. Sie fördert benachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwei und 17 Jahren bei der Finanzierung von Freizeitangeboten und stärkt damit ihre Gaben und Fähigkeiten.

Mit Hilfe von Spenden engagierter Bürger und Bürgerinnen, Institutionen und Unternehmen aus dem Landkreis Reutlingen werden Kindern und Jugendlichen aus ärmlichen Verhältnissen "die Teilnahme an Sport- und Musikangeboten, Kreativkursen und Ferienfreizeiten und die dafür notwendige Ausrüstung mit Noten, Instrumenten oder Sportbedarf" finanziert. Zudem bietet "Sterntaler" auch Zugangswege zu anderen Hilfsangeboten.

Ein weiterer wichtiger Beweggrund für die Aktion war, dass das 2011 eingeführte "Bildungs- und Teilhabepaket" zur Unterstützung von Kindern finanziell benachteiligter Familien "den Bedarf, den Kinder oder Eltern letztlich haben, überhaupt nicht erfüllen kann", so Günter Klinger, Geschäftsführer des Diakonieverbands Reutlingen. Mit den zehn Euro im Monat lasse sich vielleicht der Mitgliedsbeitrag in einem Verein finanzieren, so Klinger weiter, jedoch fehle dann noch die benötigte Ausrüstung wie Sportschuhe oder das Musikinstrument.

Um die ganzheitliche Förderung zu ermöglichen, gründete man die "Aktion Sterntaler". "Im Grunde sind wir eingestiegen in eine Leistung, die wir uns von staatlicher Seite gewünscht hätten. Mit der Aktion versuchen wir mit bürgerschaftlichem Engagement eine Lücke zu füllen, die mehr als nötig gefüllt werden muss", resümierte Klinger.

"Die Erfahrung hat gezeigt: Der Bedarf ist groß", meinte Sabine Drecoll. Im letzten Jahr sind über 130 Anträge eingegangen, 90 wurden schon bearbeitet. Die Tendenz für die Zukunft sei steigend aufgrund des immer wachsenden Bekanntheitsgrades der Aktion. Auch gibt es schon Kooperationen mit dem Jobcenter, der VHS oder Musikschulen, welche die bedürftigen Familien auf die "Aktion Sterntaler" aufmerksam machen. Vor allem Hartz-IV-Empfänger und alleinerziehende Mütter gehören zum größten Teil der Antragsteller. "Frauen, die durch das Verlassenwerden in den Notstand gerutscht sind, sind zutiefst unterstützenswert", findet Pfarrerin Drecoll. Aber auch Familien aus dem "unterem Bürgertum" sowie solchen mit vielen Kindern und nur einem arbeitenden Elternteil wenden sich an die Aktion.

Allerdings können nicht alle Anträge bearbeitet werden. "Alles geht über Sterntaler nicht", so Klinger. Gründe für Ablehnungen seien beispielsweise Anträge für Nachhilfe, da diese Unterstützung von anderen Institutionen übernommen wird. Auch rückwirkende Zahlungen werden nicht übernommen. Bei zu vielen Förderanfragen muss eingegrenzt werden, welche tatsächlich übernommen werden können. Schließlich werden auch Anträge von Jugendlichen, die das 17. Lebensjahr überschritten haben, nicht bearbeitet. Ob ein Kind der beantragten Freizeitaktivität tatsächlich nachgeht, wird regelmäßig überprüft, damit man weiß "dass mit dem Geld gut umgegangen wird und einem anderen Kind nicht die Möglichkeit verwehrt bleibt, seine Fähigkeiten auszuleben", so Pfarrerin Drecoll. Aus diesem Grund müssen Anträge auch jährlich erneuert werden.

Um den Kontakt mit den Antragstellern und den Institutionen vor Ort kümmern sich die Sachbearbeiterinnen Eva Sailer vom Caritas-Zentrum und Florence Wetzel vom Diakonieverband. Ihre Arbeit wird finanziert von der Paul-Lechler-Stiftung, wofür die Geschätsführer der "Aktion Sterntaler" sehr dankbar seien, "da wir so die Spendengelder frei zur Verfügung haben", betonte Sabine Drecoll.

Kontakt zu Sterntaler für Spenden und Förderung
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