Zu Hause weltberühmt

Lichtenstein.  400 Besucher bevölkerten am Samstag den "Stern-Platz" im ehemaligen Ortsteil Oberhausen, wo es eine "Kinopremiere" gab: Der Geschichts- und Heimatverein präsentierte seinen Lichtenstein-Film.

Begeisterten Zuspruch erhielt Samstagnacht nicht nur der neue, ultimative Heimatfilm - sondern vor allem auch der neue Garten des "Stern", wo Peter Blötscher und seine Familie nach monatelanger Arbeit für einen prächtigen Sommergarten mit drei Brunnen und Steinen aus Tuffsandstein gesorgt haben. Daneben steht die Erlöserkirche, die ebenfalls für Platz gesorgt hatte. Die Massen strömten. Zu Beginn der Filmpremiere gab es keinen Sitzplatz mehr, war doch der frisch eingesäte Rasen natürlich tabu.

Für dauerhaft kollektive Erinnerungen - so lange die lichtempfindlichen DVDs eben halten - sorgt nun der Geschichts- und Heimatverein Lichtenstein mit seinem "neuen Heimatfilm", einem facettenreichen 130-Minuten-Produkt, in dem Lichtensteiner Leben und Ereignisse bis Juli 2011 versammelt sind.

Dabei gibt es nur wenige historische Rückblenden, dafür nun aber hunderte Gesichter aus allen Ortsteilen, die in die Kamera lächeln und sagen, woher sie kommen, wer sie sind. "Zu Hause sind wir weltberühmt", hieß das selbstironische Motto des Drehbuchs.

Das hat wirklich Charme, fanden fast alle der begeisterten Besucher aus allen Altersgruppen. Denn bisher gab es in Zusammenarbeit mit "Bildertanz" von Raimund Vollmer sehr wohl diese "Erinnerungsstreifen", aber eben nur mit Material aus Unterhausen. Erst 1975 schloss man sich mit Honau und Holzelfingen zu Lichtenstein zusammen.

2007 entstand die Idee, seither wurde - nun digital - gedreht, und so sind 30 Stunden Rohmaterial entstanden, die für die Vorführung am Samstag auf rund zwei Stunden eingedampft wurden, die DVD bietet 130 Minuten Stoff. Wie Werner Vöhringer verriet, soll der Rest nicht etwa verkommen, sondern die Grundlage für einen zweiten Teil sein - womöglich 2013. Der Clou: Die Heimat-Cineasten mussten sich die Hälse nicht verrenken. Sie saßen sich zwar gegenüber, aber die Veranstalter um Werner Vöhringer und Günther Frick hatten für zwei gegenüber liegende Leinwände gesorgt; die eine bildete die weiße Kirchmauer, die andere stand an der Hausmauer des "Stern".

"Es ist ein emotionaler Film ohne jeden pädagogischen Anspruch", sagte Kameramann Raimund Vollmer - und schmunzelte verwegen. Zu sehen waren vor allem viele junge und ältere Lichtensteiner, in der Schule und auf Festen oder in der französischen Partnerstadt Voreppe. Natur und Ortsansichten sind ebenso zu sehen - alles unterlegt mit Beethoven. Vollmer: "Wer hinschaut, erkennt rund 1000 Leute", was ja immerhin ein Zehntel der Einwohnerschaft ausmacht.


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Autor: JÜRGEN HERDIN | 15.08.2011

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