Sogar mit langen Pässen operiert
Reutlingen. Fußball mal auf eine andere Art: Ein Hochschulteam erreichte den dritten Platz bei der deutschen Meisterschaft "RoboCup" in Magdeburg.
Fußballspielende Roboter faszinieren Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen: Studenten der Hochschule Reutlingen haben in Magdeburg am diesjährigen Wettkampf um die deutsche Meisterschaft teilgenommen, genannt "RoboCup German Open 2011". Und das spielerprobte Team erreichte mit ihren Fußball-Roboter einen verdienten dritten Platz, heißt es in einer Mitteilung.
Die Mannschaft der Hochschule Reutlingen spielt seit 2009 in nationalen und internationalen Wettbewerben mit. Sie besteht aus Studenten und Mitarbeitern des Studienbereichs Mechatronik der Fakultät Technik. Sie spielt in der Liga "Mixed Reality". In dieser Kategorie ist der Fußball nicht real vorhanden sondern virtuell, aber die Fußballspieler sind reale Roboterfahrzeuge, die wie ihre menschlichen Vorbilder versuchen, den Ball ins gegnerische Tor zu schießen.
Jedes Roboterfahrzeug besitzt eine individuelle Software, die entscheidet, wo der Spieler hinfahren soll, um in Ballbesitz zu kommen und diesen möglichst erfolgreich zu nutzen. Gespielt wird auf einem Flachbildschirm, der als Spielfeld dient und auf dem der Ball dargestellt wird.
In Magdeburg wurden dieses Jahr mehrere Weiterentwicklungen der Spielregeln erprobt. So wurden alle Spiele nicht mehr mit 5 + 5 Spielern durchgeführt, sondern mit 7 + 7. Sogar die beim "Menschen-Fußball" übliche Zahl 11 + 11 wurde getestet. Für diesen Test wurde ein Spieltisch mit 72 Zoll-Diagonale (1,82 Meter!) verwendet, auf den das Bild von unten projiziert wurde. Alle Teilnehmer waren von diesem Test sehr beeindruckt. Die Spieler, kleine würfelförmige Roboterfahrzeuge mit einer Kantenlänge von 25 Millimetern, verteilten sich wunderbar auf dem großen Bildschirm und versuchten sogar, lange Pässe zu spielen.
Die eigentlichen Entscheidungsspiele wurden dann aber wieder auf dem gewohnten 42-Zoll-Bildschirm mit 7 + 7 Spielern gespielt. Nachdem bei den letzten Meisterschaften die Reutlinger Mannschaft regelmäßig in das Endspiel kam, war sie dieses Mal mit dem dritten Platz auch sehr zufrieden. Die Umstellung der Strategie-Software für jeden der sieben Spieler auf die Gesamtzahl von 14 Spielern war nämlich erst in letzter Minute durchgeführt worden. Die Software-Entwickler gratulierten der Sieger-Mannschaft aus Osnabrück und den Team-Kollegen aus Wolfenbüttel, die den zweiten Platz erreichten.
Info Das Tagebuch dieses Wettkampfes ist mit Fotos, Videos und auch Bildern der anderen Fußballroboter-Typen auf der Homepage des Studienbereichs Mechatronik zu finden: www.tec.reutlingen-university.de/robocup.
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Autor: SWP | 12.04.2011
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Der Reutlinger Lions-Spielleiter Johannes Fischer bringt einen Roboter vor dem Spiel in die richtige Position. Foto: Privat
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