Selbst Empore ausgebucht

Reutlingen.  Vorraum, Saal, Empore, Bühne: Die Binea in der Listhalle ist ausgebucht und bietet seit gestern Interessierten ein riesiges Beratungsangebot in der Aus- und Fortbildung. Heute, Samstag, ist von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

100 Aussteller, davon 40 Betriebe: Zehn neue Firmen und Bildungsinstitutionen waren vom Reutlinger Veranstalter "Solutioncube" noch zusätzlich aufgenommen worden, gestern war die Listhalle endgültig ausgebucht - alle warten nun auf die neue Stadthalle, die übernächstes Jahr eröffnet wird. Um neun Uhr strömten gestern Schüler klassenweise in die Halle, nachmittags kamen viele in Begleitung der Eltern.

Das ist dann definitiv die eigentliche Zielgruppe, samt Abiturienten, bereits Studierenden und älteren Semestern, die wissen, dass lebenslanges Lernen heute unverzichtbar ist. Eben solches Publikum wird auch am heutigen Samstag erwartet, von 9 bis 16 Uhr, der Eintritt zur Bildungsmesse Neckar-Alb (Binea) ist frei.

Eine ausgesprochen attraktive Nische auf dem Karriereweg junger Leute sind Organisationen, die auf lehrreiche und gleichermaßen interessante Weise Auslandsaufenthalte anbieten. Das ist perfekt, um die Zeit zwischen Schule und Berufsausbildung zu überbrücken. Beim American Institute for Foreign Study (AIFS) in Bonn ist Sabine Werner-Heid auch auf Messen dafür zuständig, Sprachreisen in die USA zu vermitteln. "Der Andrang von zumeist jungen Frauen ist sehr groß, wenn es um au-pair-Aufenthalte geht", weiß Sabine Werner-Heid, deren AIFS dieses Jahr zum ersten Mal dabei ist.

Ebenfalls auf der Empore treffen wir den Reutlinger Thomas Müller und seine jungen Mitarbeiterinnen. Er hat noch keine Binea ausgelassen. Bereits 1984 gründete er "Treff-Sprachreisen", das junge Leute nach Amerika, Kanada und nach Neuseeland begleitet, wo sie ganz normal in die Schule gehen. Müller lobt die Organisation der Binea über den grünen Klee. "Das läuft sehr gut, und unser Platz auf der Empore ist auch so groß wie immer", sagt Müller, der von dort in die volle Halle blickt.

In der Tat musste die Messe in ihrem fünften Jahr nun auch auf die Bühne der Listhalle. Die Stadt Reutlingen, die die Halle zur Verfügung stellt und einen eigenen Stand hat, habe dem auch gleich zugestimmt, lobt Katrin Hemminger von "Solutioncube", die alle Mühe hatte, die Plätze gerecht zu verteilen.

Auf der Bühne hat beispielsweise - gleich am Aufgang - die Volksbank ihren Stand aufgeschlagen. Das Uni-Klinikum Tübingen ist ebenso dabei, wie die Reutlinger Hochschule mit ihrem Aushängeschild, den Wirtschaftswissenschaftlern von der ESB, sowie die Krankenkassen oder das Amtsgericht Tübingen. Ob Bundesagentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer oder nun auch Aldi, der Gartenbau, die Bruderhaus-Diakonie, Bundeswehr und Polizei, die Volkshochschulen sowie sämtliche beruflichen Schulen in der Region: Die Auswahl ist groß, und wer kein persönliches Gespräch sucht, bekommt auf jeden Fall auch eine Menge gedrucktes Info-Material, samt Kugelschreibern, Gummibärchen und Schlüsselanhängern.

Der Großbäcker K&U ist zum ersten Mal auf der Binea - und mit der Messe höchst zufrieden. Birgit Zeeb, die den Bereich Ausbildung leitet, hat Nina und Natascha (beide sind 18 Jahre jung) mit dabei. Denn das "Rezept" der Binea ist es, dass junge Leute praktisch Gleichaltrige an den Ständen antreffen. Klarer Fall, das senkt mögliche Hemmschwellen.

Und Birgit Zeeb lässt dabei gerne wissen, dass K&U allein im Verkauf im Großraum Reutlingen bis zu 30 Auszubildende hat. "Zwei bis drei Bäcker und Konditoren bilden wir auch aus", versichert Birgit Zeeb, die gleich am ersten Binea-Tag Anfragen für Praktika bekam.


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Autor: JÜRGEN HERDIN | 12.02.2011

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