"Salutogenese" als wichtiges Anliegen

Das Gesundheitsforum Eningen lud dieser Tage ein zum Austausch zum Thema "Betriebliches und überbetriebliches Gesundheitsmanagement."

SWP |

Dr. Barbara Dürr, Leiterin des Arbeitskreises "Initiative Gesunde Gemeinde Eningen", und erste Referentin des Abends sprach zum Thema "Salutogenese". Sie ist in zweifacher Hinsicht engagiert: Als Ärztin der Arbeitsmedizin, die in Betrieben tätig war und heute junge Leute im Pflegeberuf und der Ergotherapie unterrichtet, ist die Gesunderhaltung der Menschen in ihrem beruflichen Umfeld ein tägliches Thema. Ganz besonders lag ihr aber auch im Rahmen der Zertifizierung als "Gesunde Gemeinde" die Eninger Bürgerschaft am Herzen - diesmal die Kooperation von Führung und Mitarbeitern ortsansässiger Firmen mit den örtlichen Gesundheitsanbietern.

"Salutogenese" als sehr umfassender Begriff, nämlich die Sorge um die Gesunderhaltung des Menschen in medizinischer, sozialer und seelischer Hinsicht ist unter den modernen Lebensumständen ein wichtiges Anliegen. "Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Kiefergelenksbeschwerden, Allergien und Neurodermitis nehmen ständig zu, dahinter verbergen sich oft seelische Ursachen."

Burnout sei der moderne Name für Depression, Kränkung und Mutlosigkeit. Die Menschen müssten in der Arbeit Achtung erfahren, ein Zeitmanagement erlernen, das realistische Anforderungen von sich selbst und anderen verlangt und weiß, wie wichtig individuelle Pausen sind.

Der Vortrag enthielt auch ein Plädoyer dafür, in der Freizeit auch das Nichtstun wieder zu schätzen, Zeitfenster für Beruhigung und spontane Kommunikation zuzulassen, damit die Seele davon profitieren kann, man lebt und nicht nur gelebt wird.

Die Physiotherapeutin und Tanzpädagogin Beate Simon ließ in diesem Sinn die Zuhörer während der Vortrags-Bewegungspausen mit Aufrichtung und Dehnung erleben und direkt dabei erspüren, wie die Konzentration wieder besser gelingt. Ihre Nachricht war, dass sich die Führung von Unternehmen von dieser Einsicht leiten lassen könnten.

Immer wichtiger ist es, sowohl die eigene Gesundheit zu erhalten, wie auch gute Mitarbeiter zu finden und qualifizierte Mitarbeiter zu binden, um von ihrem Engagement bis ins hohe Alter profitieren zu können. Dafür ist eine "Unternehmenskultur der Achtsamkeit auf gesundheitliche Belange" der wichtigste Inhalt eines betrieblichen Gesundheitsmanagements - so der zweite Teil des Abends, den die Physiotherapeutinnen Jenny Seemüller und Veronika Bittner-Wysk ausführten.

Am Abend war auch genügend Zeit für erste Gespräche mit den Profis. Zahlreiche Firmen in verschiedenen Berufsfeldern standen zu Informationsgesprächen zur Verfügung. BGM ist Teamarbeit - dies zeigten auch die anderen anwesenden Berufe des Netzwerks an ihren Infotischen: Gesundheitsberatung Dittrich, Ermstal-Ergo Hubwieser-Groß, Heilpraktikerin Ute Kohfink-Traugott, Business Coaches der Firma APROS Consulting & Firmenservices, Christine Biswenger, Buchhandlung Litera und Mitglieder des Teams von Physio-Bittner-Wysk.

Eines wurde bei dem Info-Abend deutlich: Durch eine gezielte Analyse und Planung des BGM-Konzeptes können betriebliche Tagesabläufe berücksichtigt und auch besondere Zielgruppen erreicht werden. Die Analyse und Vorgespräche beschäftigen sich mit der Arbeitssituation und Definition der Optimierungsmöglichkeiten. Die individuelle Planung auf die Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter mit einem Aufzeigen der alternativen Ansätze und Bausteine sind Basis für eine erfolgreiche Initiative. Maßnahmen wie zum Beispiel Betriebssport, Workshops, Firmenfitness, Gesundheitsseminare, Einzelanleitungen zur Pausenentspannung oder eine gesunde Betriebsküche müssen sinnvoll ausgewählt werden und in das Budget der Firma passen.

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