Ruhestandsplanung statt Altersarmut

Reutlingen.  "Altersarmut", "Eintrittsalter in die gesetzliche Rente mit 67" oder "Riester-Rente": Manuela Pernat ist zertifizierte Ruhestandsplanerin. Sie weiß um die Problematik und kann Abhilfe schaffen.

Seit sieben Jahre ist Manuela Pernat in der Finanzbranche tätig, und seit 2010 kann sie sich als vom Bundesverband der Ruhestandsplaner Deutschlands "zertifizierte Ruhestandsplanerin" bezeichnen. Bei Ruhestandsplanung könnte man zuerst versucht sein, daran zu denken, dass es sich hierbei um die Gestaltung der neu gewonnen Freizeit in diesem Lebensabschnitt handelt. Manuela Pernat entwickelt aber keine neuen Hobbies, sondern sie plant die finanzielle Freiheit, auf die es der Finanzfachwirtin im Alter besonders ankommt. Mit ihrer Beratung setzt sie bei dem Problem an, dass man generell über Sparanlagen, Versicherungen und Geld im Allgemeinen schlecht informiert sei. Das führe dazu, dass ins Blaue hinein gespart werde, ohne zu wissen, ob es am Ende auch tatsächlich reicht.

"Ich verkaufe keine Produkte, sondern berate und erstelle Konzepte", so die Ruhestandsplanerin. Dabei schaue sie sich an, was bisher für die Altersvorsorge getan wurde, welche Wünsche für den dritten Lebensabschnitt bestehen und welche finanziellen Möglichkeiten überhaupt gegeben sind. Ein Grundsatz ihrer Arbeit sei, ihr Konzept so aufzubauen, dass für die Zukunft gespart wird, gleichzeitig aber auch die Lebensqualität im Hier und Jetzt aufrecht erhalten bleibt.

Sehr häufig stelle sich heraus, dass ihre Mandanten über- oder zu veralteten und teuren Tarifen versichert seien, dies vor allem in Bereichen wie Haftpflicht- oder Hausratversicherungen. "Die materiellen Dinge sind meist sehr gut versichert", so die Finanzfachwirtin, "dagegen die eigene Arbeitskraft häufig am wenigsten". Und dieser Umstand könne dann im Fall von Berufsunfähigkeit zu finanziellen Engpässen führen.

Auf entsprechenden Wunsch ihrer Mandanten sucht Manuela Pernat in einem zweiten Schritt ihrer Arbeit die passende Produkte, was sie als "Rosinen picken" bezeichnet. Dabei sondiere sie den Markt und fische aus der Flut der Angebote das für ihre Mandanten am Passendsten heraus. Häufig begleitet Manuela Pernat ihre Mandanten Jahre lang: "Ruhestandsplanung ist ein fortlaufender Prozess und muss regelmäßig überarbeitet werden", sagt die 49-Jährige.

Die Konzepte müssten an das Leben ihrer Klienten angepasst werden und diese veränderten sich natürlich, so durch Heirat oder Scheidung, Familienzuwachs, Arbeitslosigkeit oder auch durch einen Karrieresprung. Im Fall von Scheidungen seien häufig die Frauen die Leidtragenden, wenn es um das Thema Rente gehe. Oft seien Rentenversicherungen nur auf den Mann als Hauptverdiener abgeschlossen und so würde bei einer Trennung schon mal die Altersvorsorge für die Frau komplett wegfallen.

Von bundesweit insgesamt 105 Ruhestandsplanern hat sie sich als Reutlingens einzige weibliche, selbstständige und unabhängige Ruhestandsplanerin im Speziellen um das Thema Frauen und Altersvorsorge angenommen und hält hierzu regelmäßig Vorträge. Frauen würden immer noch weniger verdienen als Männer. Und wenn sie sich dann auch noch um die Kinder kümmern und nicht mehr arbeiten gehen, so schrumpfe die gesetzliche Rente auf ein kleines Taschengeld. "Hier ist der Aufklärungsbedarf immens", wie Manuela Pernat, selbst berufstätige Mutter, betont. Sie selbst blicke aber zuversichtlich in ihre Renten-Zukunft, weil es immer eine Lösung gebe.


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Autor: EVA KURZ | 08.02.2012

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