Richtige Übersetzung finden

Reutlingen.  Ein Akkuschrauber ist nicht nur zum Schrauben da. Ende Mai will deshalb ein Team aus Design- und Mechatronik-Studenten beim Akkuschrauberrennen in Hildesheim antreten und einen Preis nach Hause nehmen.

Gerade mal ein PS hat der Akkuschrauber, den die Teams für ihren Leichtbaurenner verwenden dürfen. Und wenn es nach den Vorgaben des Akkuschrauber-Rennens Ende Mai in Hildesheim geht, sollen mit einem Energiepack schon mal 210 Meter zurückgelegt werden.

Den Ehrgeiz hat nun aber auch ein Team aus Design- und Mechatronik-Studenten der Hochschule Reutlingen gepackt. Denn seit einigen Wochen steht fest, dass sie an dem Rennen teilnehmen und wenigstens einen der acht ausgeschriebenen Preise mit nach Hause nehmen wollen.

Die Vorbereitungen laufen deshalb auf Hochtouren. Denn während die Technik schon mal einigermaßen läuft und vor allem der Prototyp seine ersten eigenständigen Fahrversuche absolviert hat, "müssen wir jetzt noch die richtige Übersetzung finden", erklärt der angehende Mechatroniker Christian Kost. Und auch am Gewicht der Konstruktion mit Aluprofilen müsse noch kräftig gearbeitet werden. Schließlich geht das nicht nur zu Lasten der Geschwindigkeit, sondern auch der Reichweite des Fahrzeugs. Trotzdem ist das Rennen an sich ein Designwettbewerb - auch wenn es Preise für Geschwindigkeit, Gewicht und selbstverständlich Sympathie gibt. Dementsprechend entsteht das Vorhaben einerseits im Rahmen der Master-Arbeit des Design-Studenten Philipp Herbert, andererseits soll damit die Hochschule repräsentiert werden. Darüber hinaus bietet das Projekt die Möglichkeit, verschiedene Disziplinen der Hochschule zusammenzuführen, die ansonsten nichts miteinander zu tun haben. Allerdings, so Herbert weiter, sei es dennoch wichtig gewesen, zunächst das richtige Konzept für den Renner zu wählen. Weshalb sich das Team letztlich nicht nur für ein Dreirad entschieden, sondern die anfängliche Idee von zwei Rädern vorne und einem hinten wieder umgekehrt habe. Außerdem habe die jetzige Sitzposition bis vor einigen Wochen noch mehr einem Liegen entsprochen.

Nachdem sich die technische Umsetzung nun auf einem guten Weg befindet, "sparen wir jetzt am Material", erläutert Herbert. Neben einem möglichst leichten Renner will aber auch der Student für das Rennen Idealgewicht auf die Waage bringen. Schließlich sind mindestens 70 Kilo für den Fahrer samt Rennanzug vorgeschrieben. Und um kein überflüssiges Gramm mitzubringen, hat der Design-Student jetzt schon zwei Kilo abtrainiert.

"Das Maximum aus dem Minimum herausholen" lautet die Devise des Teams und lässt alle zuversichtlich auf das Rennen in Niedersachsen blicken. Denn mindestens ein Preis sollte es bei 15 Konkurrenten schon werden. Wenn es nur der für die Sympathie beim Publikum wäre, würde das Philipp Herbert nicht stören. Um den zu erlangen, müsste es aber der Rennanzug herausreißen, der ebenfalls an der Hochschule geschneidert wird.


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Autor: JAN ZAWADIL | 16.04.2011

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