Pure Leidenschaft für Jazz Mehr als nur Pauker: Landes-Lehrer-Bigband spielt in den Pfullinger Hallen
Pfullingen. Knackige Bläsersätze und fetzige Rhythmen bot die Landes-Lehrer-Bigband Baden-Württemberg im Auftaktkonzert ihrem zehnjährigen Bestehens in den Pfullinger Hallen. Einfach pure Leidenschaft für den Jazz.
Mitwippen, -schnippen, und -klatschen, das muss schon sein, wenn auf der Bühne die reine Leidenschaft für den Jazz tobt. Die Landes-Lehrer-Bigband Baden-Württemberg hatte zu knackigen Bläsersätzen und fetzigen Rhythmen eingeladen - und damit nicht zu viel versprochen. Wenigstens für eine Stunde grassierte in den vollbesetzten Pfullinger Hallen das Jazzfieber unter den Zuschauern. Unter der Leitung von Prof. Tilmann Jäger bot die 20-köpfige Band Klassiker und Modernes, Althergebrachtes wurde neu interpretiert.
Doch bevor die musikalischen Pauker ihren großen Auftritt zum zehnjährigen Bigband-Bestehen zelebrierten, durfte der Nachwuchs zeigen, wie viel Jazz in ihm steckt. Die Bläserklasse 6b der Wilhelm-Hauff-Realschule stimmte die Zuschauer unter anderem mit dem Dreiländer-Medley und "Wenn der Elefant in die Disco geht" gekonnt auf den Abend ein. Lässig und cool präsentierte sich das Young-Brass-Ensemble der Musikschule Pfullingen unter Michael Kochs Leitung. Die jungen Musiker begeisterten mit dem "Young-Brass-Rap", dargeboten von "Lulu & Larry" (Luisa Schumacher und Larissa Schwarz).
Äußerst professionell mutete der Aufftritt der B.O.B.-Bigband des Friedrich-Schiller-Gymnasiums unter der Leitung von Jochen Rohn an. In schwarzen Anzügen gekleidet, boten sie bekannte Melodien, wie "Tequila", dar. Mit starker Stimme, viel Ausdruck und Gefühl überzeugte Sängerin und Abiturientin Eva Winter im Zusammenspiel mit der Band bei "Birdland", "My funny Valentine" und "Big Band".
Da dieses Konzert unter dem Thema "Begegnung der Schulmusik" stand, überreichte Schulmusikbetreuerin Roselinde Bartel vom Staatlichen Schulamt Tübingen den Schülern eine Urkunde, mit der sie ihr Können würdigte. "Klasse" fand Pfullingens Bürgermeister Rudolf Heß die Auftritte der Klassen und hielt als kleine Anerkennung für sie die Pfulben-Währung bereit. Froh und stolz zeigte er sich, dass die Landes-Lehrer-Bigband zum Auftaktkonzert nach Pfullingen gekommen war. Die ersten Fäden hatte Heß mit Bigband-Manager Klaus-Dieter Mayer beim Landesmusikfestival gesponnen.
Die jazzenden Lehrer, schick in Schwarz gekleidet, ließen sogleich den Funken überspringen. Mit "Strike up the Band" von Sammy Nestico, dem Klassiker schlechthin, begeisterte die Bigband das Publikum bereits zum Auftakt mit musikalischer Qualität; wie sollte da der Applaus noch zu toppen sein? Aber ja, das ging, von Stück zu Stück steigerte sich das Klatschen, nicht zuletzt dank der leidenschaftlich gespielten Soli, die sich durch die Stücke des Abends zogen. "Count Bubba" und "Sing, sing, sing" brachten den nötigen Schwung auf die Bühne, ließen die Zuschauer schnippen, klatschen und auf den Stühlen wippen. Dass ein althergebrachter Satz, wie das Volkslied "Innsbruck, ich muss dich lassen" auch in der Jazzversion wunderbar funktioniert, demonstrierte der Lehrerklangkörper ebenso wie modernen Jazz: Vokalist Klaus-Dieter Mayer interpretierte in lässiger Manier Roger Ciceros "Murphys Gesetz" und zeigte zuletzt, wie viel Feuer in der Band noch steckt beim neu arrangierten "Born to be wild".
Dem tosenden Applaus, der schließlich nach acht in bester Jazzmanier mit lockerem Entertainment dargebotenen Stücken aufbrandete, konnten die Musiker eine Zugabe nicht abschlagen. So huldigten sie Duke Ellington und ließen mit Gefühl zur zweiten Zugabe Fred Astaire und "The Way you look tonight" auf der Bühne erstehen. Doch dann, ja dann war wirklich Schluss, das Licht ging an, und ein wehmütiges "Schon vorbei?" kam den Pfullingern über die Lippen. Dennoch: "Das war klasse!"
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Autor: ANNE SCZESNY | 06.02.2012
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Eine professionelle Darbietung legte die B.O.B-Bigband des Friedrich-Schiller-Gymnasium mit der starken Stimme von Sängerin Eva Winter hin.
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