Ortstermin erwünscht

Eningen.  Ein Dauerbrenner kam den Gemeinderäten jetzt wieder unter. Ihnen wurde eine vierte Variante für die Schützenhauszufahrt präsentiert. Die Lösung stieß, sehr zum Ärger des Bürgermeisters, auf Ablehnung.

Die Schützenhauszufahrt ist ein Thema, das die Räte regelmäßig auf dem Tisch haben, ein Dauerbrenner sozusagen, bei dem sich ein Ergebnis trotz mehrerer vorgestellter Lösungen nicht abzeichnet. Bislang scheiterten die Planungen entweder an Einsprüchen der Anlieger, weil der Grunderwerb nicht möglich war oder die Kosten zu hoch. Eine neue Lösung sollte die vierte Variante, die in der jüngsten Sitzung vorgestellt wurde, bringen.

Von der Straßenführung her ähnelt sie der zweiten Variante, die südlich vom Bach gelegen angedacht war (wir berichteten). Der neue Vorschlag führt zudem über zwei Flurstücke, die zum Kauf bereitstehen, und eine Trasse mit relativ geringem Gefälle ermöglichen, die schließlich an die bereits bestehende Schotterzufahrt zum Schützenhaus anschließen würde.

Die Tennisanlage würde hierbei nicht tangiert. Die Breite der Straße beliefe sich auf vier Meter, dabei beträgt die befestigte Fläche drei Meter und würde von je 50 Zentimeter breiten Schotterbanketten flankiert werden. Für die 495 Meter lange Strecke werden die Kosten auf rund 130 000 Euro geschätzt.

Die Räte allerdings verwehrten sich dieser neuen Lösung. Stattdessen soll mehr Druck auf das Landratsamt ausgeübt werden, forderte Herbert Hanner (FWV). Er beharrt weiterhin auf der bestehenden Einfahrt, die allerdings mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung, einer Erweiterung der jetzigen Einfahrt und dem Abtragen der Böschung optimiert werden soll.

Eine Lösung, die laut Bürgermeister Alexander Schweizer das Landratsamt nicht unterstützt. Die Böschung müsse zu weit abgeflacht werden und die Erdbewegungen seien zu umfangreich, um eine Sicht herzustellen, erläuterte er sichtlich verärgert über die Verweigerungshaltung der Gemeinderäte.

"Mit Verlaub, ich halte es für falsch, den Antrag abzulehnen", verdeutlichte er seine Position. Insbesondere als Annegret Romer (GAL) ihm und der Verwaltung fehlende Transparenz vorwarf, war es um seine Ruhe geschehen. Er verwies mit Nachdruck darauf, dass dieses Thema in den vergangenen Monaten am häufigsten und intensivsten im Rat diskutiert worden sei. "Wir haben jede Menge Varianten diskutiert und prüfen lassen, sie können uns nicht entgegenhalten, dass wir nicht offen diskutiert haben".

Die Räte hingegen forderten eine Zusammenfassung aller bisherigen Varianten und fühlten sich von der Verwaltung nur stückchenweise informiert.

Lediglich die SPD zeigte sich offen für die vorgeschlagene "nicht so schlechte Lösung", die man von den Kosten her tragen könnte und die nicht allzu sehr in die Grundstücksbelange eingreife, wie Hans Armbruster (SPD) erklärte.

Schließlich zog Schweizer den Antrag zurück, um der drohenden Ablehnung zu entgehen, denn "sonst sind uns die nächsten sechs Monate die Hände gebunden", erklärte er.

Stattdessen stimmte er dem Wunsch nach einem Ortstermin mit dem Landratsamt zu. Das Kernproblem brachte schließlich Armbruster auf den Punkt: Eine Lösung könne erst gefunden werden, wenn der Rat vom Landratsamt die definitive Aussage erhält, dass es mit der jetzigen Zufahrt nicht funktioniere. "Diese definitive Aussage steht noch aus, das wollen die Räte."


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Autor: ANNE SCZESNY | 08.02.2012

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