Neugierig bleiben ein Leben lang

Großer Andrang zum Auftakt der Binea in der Stadthalle. 124 Aussteller sprengten den bisherigen Rekord. Mehr denn je suchen Firmen qualifizierte junge Leute. Heute ist die Messe von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

JÜRGEN HERDIN |

"Bleiben Sie neugierig - ein Leben lang", riet zur Eröffnung der Bildungsmesse Neckar-Alb (Binea) Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch (Grüne). Das Land biete eine moderne, innovative Arbeitswelt - "für beide Geschlechter". Eines ihrer Steckenpferde ist es, das Interesse junger Frauen an den MINT-Berufen zu wecken.

Das ist das weite Feld von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. "Und gerade in technischen Berufen haben wir immer noch zu wenig Frauen", so Lösch. Anregungen und Tipps, sich bei nicht-frauentypischen Berufen umzuschauen, gibt es auf der Binea übrigens jede Menge. Und die Chancen sind so gut wie nie, seinem Traumberuf nahe zu kommen.

Denn auf dem Markt hat sich einiges getan in den letzten zehn Jahren: Standen die Jugendlichen damals noch Schlange, um einen Ausbildungsplatz in so begehrten Berufen wie dem Mechatroniker zu bekommen, sind es heute die Unternehmen, die in fast allen Bereichen händeringend nach gut qualifiziertem Nachwuchs suchen.

Und so war auch Wolfgang Leist gestern zum Auftakt der neunten Binea froh, dass der Publikums-Andrang schon vor Öffnung der Pforten zur Stadthalle riesig war. Leist ist Justitiar beim Arbeitgeberverband Südwestmetall und begrüßte die Besucher anstelle seines Chefs Dr. Jan Vetter, der mit den Metaller-Streiks beschäftigt war.

"Wir haben bereits 200 Millionen Euro in die Nachwuchs-Sicherung investiert", ließ Leist wissen. "Ja, wir haben Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen." Und auch in der Metallbranche mit ihren 40 Ausbildungsberufen "haben wir rückläufige Bewerberzahlen".

Ins gleiche Horn stieß Reutlingens Finanzbürgermeister Alexander Kreher. Der hatte nach dem spannenden Haushalts-Krimi in der Nacht zuvor gerade einmal vier Stunden Schlaf gehabt. Umso mehr freute er sich, dass zu früher Stunde tatsächlich auch einige Gemeinderäte zur Binea-Eröffnung gekommen waren.

Und die Stadt, "der Konzern Stadt Reutlingen", so Kreher, hat als Sponsor - neben der AOK, Südwestmetall und der Agentur für Arbeit - auch heuer wieder einen großen Stand. Und er kann mit 25 Ausbildungsberufen aufwarten. "Aber auch wir spüren den Mangel an jungen Leuten", bekannte Kreher. Besonders mache sich der Facharbeitermangel bemerkbar.

Eine gute Ausbildung gemacht, einen tollen Job bekommen - dann müsse aber das lebenslange Lernen folgen, um am Ball zu bleiben: Das ist die Zielrichtung der Binea. 77 von heuer insgesamt 124 Ausstellern wenden sich vor allem an junge Leute zwischen 14 und 20 Jahren. Hier steht die betriebliche Ausbildung im Rahmen des dualen Systems im Mittelpunkt.

Allerdings trifft das Publikum - über 10 000 Besucher sollen es bis heute am Samstagabend werden - auch auf elf "übergeordnete Institutionen" wie IHK, Handwerkskammer und die Agentur für Arbeit. Hinzu kommen auch noch 15 Aussteller aus dem Bereich "lebensbegleitendes Lernen".

Drei beheizte Info-Busse stehen vor der Stadthalle. Binea-Premiere hat der Luftsportverein Reutlingen (LVR). Dessen Piloten warten dort mit einem Segelflugzeug auf. Thema Traumberuf: Beim LVR erfahren junge Leute auch, was sie alles mitbringen sollten, um irgendwann Pilotin oder Pilot eines großen Passagierjets zu werden.

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