Mittendrin statt abseits

Reutlingen.  Beim 19. Altstadtlauf der Interessengemeinschaft Laufen (IGL) waren aus vier Einrichtungen 23 Sportler mit Behinderungen in zwei Schülerläufen erfolgreich. Voller Begeisterung gaben sie allesamt ihr Bestes.

Als am vergangenen Samstag beim Altstadtlauf der IGL Reutlingen zwei der drei Schülerläufe gestartet wurden, stand ihr Ideengeber des "Power Race", Dr. Martin Sowa, mittendrin. Der ehrenamtlich tätige Abteilungsleiter der Behindertensport-Abteilung der Turn- und Sport-Gesellschaft (TSG) Reutlingen betätigte sich als unermüdlicher Motivator und Stimmungsmacher, auch während der Siegerehrung.

Hoch erfreut war er darüber, dass er etliche "seiner" Schützlinge abermals in einen ganz "normalen" sportlichen Wettkampf integrieren konnte. Zum achten Mal insgesamt beim Reutlinger Altstadtlauf. Wegen eines am Samstagvormittag in Balingen abgewickelten Power Race mit Beteiligung von zahlreichen Teams, waren diesmal beim Altstadtlauf "nur" 23 Tilnehmer aus vier Einrichtungen erfolgreich.

Die aus Mengen, Mariaberg und Sigmaringen angereisten Behindertensportler feierten, gemeinsam mit ihren Freunden der TSG Reutlingen, schon lange vor dem Start. Zur Hip-Hop-Tanzgruppe der TSG Behindertensport-Abteilung und den 35 "Albra-Gugga"-Musikern sangen, hüpften und tanzten sie voller Begeisterung.

Die bewundernswerten Behinderten-Sportler gingen in zwei der drei Schülerläufe an den Start. Für den Betrachter wohltuend mittendrin statt abseits. Mit höchst unterschiedlichen Zeiten liefen sie, teils von Betreuern begleitet und von den zahlreichen Zuschauern an der Strecke ganz besonders angefeuert und ermutigt, auf dem Marktplatz über den Zielstrich.

Ein jeder der 23 ins Ziel laufenden Akteure hatte sie Bestes gegeben, war erschöpft wie die allermeisten Läuferinnen und Läufer des Tages auch, aber hinterher allesamt sichtlich glücklich und voller Stolz über das Geschaffte.

Direkt nach dem Zieleinlauf wurde ihnen ein Medaille um den Hals gehängt. Bei der stimmungsvollen Siegerehrung, wieder mittendrin, erhielten ihre Allerbesten einen Pokal, eine schmucke Urkunde aber bekamen die durchwegs strahlenden Altstadtläufer allesamt ausgehändigt.

Den Zuschauern entlang der Laufstrecke bescherten die wie selbstverständlich integrierten Sportler mit Handicap viele unter die Haut gehende Momente. Für den Geschäftsführer der Abteilung Behindertensport der TSG, Albrecht Tappe, war es "wieder eine ganz tolle Sache". Und Dr. Martin Sowa bilanzierte: "Gestern der Echaz-Fußballcup der TSG und heute der Power Race, das ist für mich wie zwei Tage Urlaub."

"Auch im nächsten Jahr soll es im Rahmen des Altstadtlaufs wieder ein Power Race geben", da sind sich Sowa und Jürgen Vietense, Vorsitzender der IGL Reutlingen, schon heute sicher.

Beim Power Race 1 für Menschen mit Behinderung ging es für die Teilnehmer über eine Strecke von eineinhalb Kilometer. Aufgeführt sind nach dem Namen die Einrichtung und die Zeit.

1. Manuel Schreiner, Mariaberg, 3:58 Minuten; 2. Daniel Pichler, Mariaberg, 4:41; 3. Marcel Schindele, Mariaberg, 4:42; 4. Dennis Richter, Mariaberg, 5:07; 5. Lorena Braun, Fidelisschule Sigmaringen, 5:56; 6. Rainer Lösch, Fidelisschule Sig., 6:16; 7. Hans-Joachim Schmid, TSG RT, 6:42; 8. Jan Lösch, Fidelisschule Sig., 6:51; 9. Bojan Petrovic, TSG RT, 7:03; 10. Sascha Hennig, Fidelisschule Sig., 7:24; 11. Christian Bartel, TSG RT, 7:35; 12. Kevin Bader, TSG RT., 7:42; 13. Axel Weible, TSG RT, 7:52; 14. Matthias Albrecht, TSG RT 9:25; 15. Melanie Kunzelmann, TSG RT, 9:53; 16. Bahattin Güngor, TSG RT, 11:55; 17. Sandra Strobel, OWB Mengen, 12:08; 18. Monika Gottlieb, OWB Mengen, 13:58; 19. Angelina Sulzer, OWB Mengen, 14:05 Minuten.

Der Power Race 2 war etwas anspruchsvoller und ging über eine Strecke von 2,5 Kilometer.

1. David Wilk, TSG Reutlingen, 12:01; 2. Andre Hallmanns, TSG RT, 12:04; 3. Felix Schweikert, TSG RT, 12:10; 4. Thomas Horender, Fidelisschule Sigmaringen, 12:55 Minuten.


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Autor: DIETMAR CZAPALLA | 05.07.2011

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