Mit gutem Beispiel vorangehen

Reutlingen.  Geteilte Freude ist doppelte Freude. In diesem Fall sogar dreifache Freude. Schenkende, Beschenkter und der "Ambulanten Hospizdienst Reutlingen" freuen sich über eine Spende von 4200 Euro.

Eine Idee, die Nachahmungscharakter hat: Sich beschenken lassen und dabei noch etwas gutes tun. Geht das denn? Ja, das geht. Ein Beispiel hierfür war die Spende von Dr. Helge Rolf Runte aus Wannweil dieser Tage an den "Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Reutlingen".

"Zu meinem Geburtstag hab ich mir nur Geldumschläge gewünscht, mit dem Ziel, das Geld an Menschen weiterzugeben, die es wesentlich dringender brauchen", erklärt Dr. Runte. Durch die eigene Erfahrung und der Konfronation mit dem "Begleiten bis in den Tod" fiel seine Entscheidung auf das Hospiz. Für ihn spielt der Übergang vom Leben zum Tod eine wichtige Rolle. Der Übergang müsse menschenwürdig gestalt werden, so Dr. Runte.

"Wir sind für jede Spende dankbar", sagt Sozialarbeiterin Andrea Wilegalla, zuständig für die Vernetzungsarbeit des Hospizes mit allen relevanten Personen, Einrichtungen und Selbsthilfeorganisationen. Der seit März bestehende Kinder- und Jugendhospizdienst für die Stadt Reutlingen und den Landkreis steht unter der Schirmherrschaft der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Baden-Württemberg. Das Ziel des Projektes ist, Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern sowie Kindern, die den Tod von Bezugspersonen erlebten, eine bessere und bedarfsgerechte Unterstützung zu Hause zu ermöglichen. Die Arbeit wird von qualifizierten Mitarbeitern, so genanten "Paten" ausgeführt. Sie sind für einzelne Familien verantwortlich und begleiten sie über einen längeren Zeitraum hinweg. Wobei die Tätigkeitsbereiche der Mitarbeiter vielfälltig sind. Von einem offenen Ohr, dem Einfach-da-sein über die Vermittlung von Fachdiensten bis hin zur Geschwisterbetreuung, die bei einem meist auf das kranke Kind fixierten Alltag oft zu kurz kommen, reichen. "Die Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter kostet viel Geld. Die jährlich anfallenden Kosten werden nur teilweise von den Krankenkassen übernommen. "Wir sind also auf Spenden angewiesen", betont Geschäftsführerin Silvia Ulbrich-Bierig. Das ehrenamtliche Engagement ist da, doch fehlt es an finanziellen Mitteln, um eine bestmögliche Hilfe für die betroffenen Familien anbieten zu können.


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Autor: MAIKE FISCHER | 29.07.2010

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