Mamma mia, Rocky küsst Kate

Wenn "Rocky" mit dem "Phantom der Oper" boxt, wenn der "König der Löwen" mit Udo Lindenberg um die Wette rockt - dann ist wieder Musical Night im Naturtheater. Über 800 haben begeistert mitgesungen.

LARA DIEL |

Wenn Axel Törber, musikalischer Leiter, Schlagzeuger und Moderator der Set Musical Company, nach dem gelungenen Abend strahlend bilanziert: "Wir kommen gerne nach Reutlingen, das ist hier ein tolles Publikum", dann nimmt man ihm das unbesehen ab.

Schließlich gehört die Company mittlerweile fast schon zum Inventar. Die Band musiziert munter in der "Opiumhöhle" aus "In 80 Tagen um die Welt", als wäre sie immer da. Die Solisten, allesamt mit Hauptrollen-Erfahrung aus den großen Musicalproduktionen, toben über die Bühne, als hätten sie mindestens genauso viel Spaß wie die Zuschauer.

Und die sind auch diesmal wieder zuhauf in den Wasenwald gepilgert. Darunter viele Stammgäste, deren Erwartungen auch diesmal erfüllt werden. Klar, dass die Company, die bundesweit jährlich im Schnitt rund 100 Vorstellungen absolviert und dabei an die 40 000 Kilometer zurücklegt, viele Stücke aus hierzulande erfolgreichen Produktionen im Gepäck hat: Ein kunterbuntes Medley aus dem Abba-Musical "Mamma Mia" beispielsweise, das derzeit im Stuttgarter SI-Zentrum zu sehen ist.

Auch der "König der Löwen", seit zwölf Jahren in Hamburg erfolgreich, darf majestätisch durch den Wasenwald schreiten - die afrikanischen Gesänge, für die sich die Solisten im ganzen Publikum verteilen, sorgen für echtes Urlaubsfeeling. Udo Lindenbergs Ost-West-Schmachtfetzen "Hinterm Horizont", derzeit in Berlin zu sehen, und "Rocky" aus Hamburg kriegen mindestens genauso viel Applaus.

Für Freude in den voll besetzten Reihen sorgen die ebenfalls aus Stuttgart bekannten Nonnen aus "Sister Act" - gerade, weil drei von ihnen so gar nicht weiblich wirken.

Aber ohne das gute alte "Phantom der Oper" braucht die Company, erst gar nicht anzureisen. Das weiß sie, und das absolviert sie auch mit Bravour. Alexandra Gentzen überzeugt routiniert und stimmgewaltig als "Christine", der gelernte Opernsänger Simon Tunkin verliert zwar versehentlich die Phantommaske, zeigt aber trotzdem unbeirrt, dass er gesanglich wahrhaftig nichts verlernt hat. Immerhin ist er höchstpersönlich jahrelang in Hamburg als "Phantom" durch die "Katakomben" gewandelt. Was ihn allerdings nicht davon abhält, sein Publikum auch in Strapsen und auf High Heels als "Sweet Transvestite" aus der "Rocky Horror Show" aus dem Klappsessel zu fegen.

Neben der handwerklich soliden Live-Musik, die längst nicht jede Tournee-Company zu bieten hat, sind es aber immer wieder auch die unbekannteren Stücke, die die Musical Night aus dem Hause Set unverwechselbar machen. Axel Törber liefert unermüdlich Wissenswertes zu Produktionen wie "Sound of Music", uraufgeführt im Jahr 1959 am Broadway. Wer will, kann sich so beim nächsten Small Talk mit der Info brüsten, dass das dazugehörige Autoren-Duo bis heute bis zu 235 Millionen Dollar jährlich an dem Stück verdient - mehr als mancher Megastar aus Pop und Rock?

Es gibt aber noch ein älteres Musical-Fossil im 65 Jahre umfassenden Programm - eins, das schon bald wieder topaktuell ist: "Kiss Me, Kate" aus dem Jahr 1948 kommt, wie NTR-Vorsitzender Rainer Kurze am Rande der Vorstellung verriet, im nächsten Sommer auf der Wasenwald-Bühne groß raus.

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