Lernprozesse sichtbar machen

Der Bildungsexperte Ulrich Steffens berichtete im Realschulseminar von den Ergebnissen der Hattie-Studie und zeigte auf, wie Lernen gelingen kann.

SWP |

2009 wurde eine Studie veröffentlicht, die inzwischen eine Popularität erreicht hat, die die großen internationalen und nationalen Vergleichsuntersuchungen im Bildungsbereich in den Schatten stellen könnte, heißt es in einer Mitteilung. Es handelt sich dabei um eine Forschungsbilanz von über 50 000 Studien zur Wirksamkeit von Lehren und Lernen in Schule und Unterricht. Der Autor, John A. C. Hattie, ist vielbeachteter Erziehungswissenschaftler aus Neuseeland und Leiter des Education Research Institute an der Universität von Melbourne.

Ulrich Steffens, ausgewiesener Bildungsexperte vom Landesschulamt und der Lehrkräfteakademie Hessen, stellte in seinem fachlich versierten Vortrag anschaulich wichtige Ergebnisse der Hattie-Studie dar und zeigte ihre Bedeutung für Schulen und Unterricht auf. Eingeladen zum Vortrag hatten das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen) Reutlingen, das Staatliche Schulamt Tübingen sowie die IHK. Gekommen waren interessierte Lehrkräfte von Schulen aus der Region sowie Lehrbeauftragte des Realschullehrerseminars. Sie wollten sich im Hinblick auf ihre eigene Unterrichts- und Lehrtätigkeit über die wichtigen Forschungsergebnisse ausführlich informieren und diese gemeinsam diskutieren. Angesichts der derzeitigen bildungspolitischen Fragen und Reformen im baden-württembergischen Schulwesen eröffnete der Vortrag dabei wichtige Perspektiven für das Lernen und Arbeiten in Schule und Unterricht.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Unterricht gestaltet werden muss, damit er besonders wirksam für das Lernen der Schüler ist. Hatties Bilanz in dieser Frage: Vor allem das Lehrerhandeln und die Lehrkompetenzen müssen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Einmal mehr kommt es darauf an, dass Lehrkräfte nicht nur über ein tieferes Verständnis der Unterrichtsinhalte verfügen, sondern vor allem die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler in den Blick nehmen können. Die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler umfassend zu diagnostizieren und den Unterricht selbst mit ihren Augen sehen können, bilden dabei unverzichtbare Voraussetzungen für erfolgreiches und nachhaltiges Lernen. Ein breitgefächertes Unterrichtsangebot mit geeigneten Methoden, Medien und Materialien eingebunden in ein lernförderliches Unterrichtsklima gehört seit jeher dazu, wenn Schülerinnen und Schüler eigene Lernprozesse angehen und individuelle Lernwege beschreiten wollen.

Dass sich Schulen und Lehrerbildungseinrichtungen auch zukünftig auf diese Primärprozesse schulischer Bildung fokussieren, verdeutlichen die interessierten Fragen und vielfältigen Diskussionsbeiträge bei der Aussprache über den Vortrag. "Einmal mehr zeigt sich für mich, wie wichtig es ist, Unterricht vor allem an den Lernvoraussetzungen der Schüler zu orientieren und ihnen mit vielfältigen Lernangeboten möglichst individuelle Lernprozesse zu eröffnen", so der Kommentar einer Lehrkraft.

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