In verträumten Winkeln

Pfullingen.  Mit Gästen und bester Laune startete der Geflügelzuchtverein 1888 zum Jahresausflug in Richtung Oberschwaben. Hier ist der Bericht der Touristen.

"Nach Saulgau erreichten wir bald die Blitzenreuter Seenplatte, wo wir Vesperpause einlegten. Das Naturschutzgebiet Häcklerweiher gehört zum europäischen Netzwerk der Schutzräume für gefährdete Tiere und Pflanzen. Schautafeln erläutern die Arten und die Bemühungen zu deren Erhalt.

Gut gestärkt erreichten wir über Ravensburg bald das landwirtschaftlich geprägte Allgäu zur Besichtigung der ehemals Freien Reichsstadt Wangen, die seit 1217 die Stadtrechte besitzt.

Zuerst wurden die Schutzmaßnahmen gegen das Hochwasser der Argen erläutert, das in der historischen Altstadt immer viel Unheil anrichtete. Auf den Wasserreichtum weisen 27 Brunnen hin, deren künstlerische Gestaltung sich meist auf örtliche Ereignisse bezieht. Die Stadtmauer mit Wehrgängen und gut erhaltenen Türmen umfasst die gepflegte, unter Denkmalschutz stehende Altstadt mit ihren gepflasterten Gassen und Straßen. Der Besuch der sehenswerten Museenlandschaft bietet gute Einblicke in das beschwerliche Leben früher.

Reizvolle Bürgerhäuser mit prächtigen Wandmalereien beherbergen Geschäfte, Straßen-Cafés und zünftige Lokale. Vielfältige kunstvoll gestaltete schmiedeeiserne Schilder ergänzen das Bild dieser harmonisch gewachsenen Einheit aus schönen Kirchen, Türmen, Plätzen und verträumten Winkeln. Eindrucksvoll war auch die Führung durch das historische Rathaus an der Nahtstelle von Unter- zur Oberstadt beim Pfaffentorturm.

Nach abwechslungsreicher Fahrt vorbei an Lindenberg, Oberstaufen, dem Alpsee und Immenstadt erreichten wir den Grünten, den "Wächter des Allgäus". In Burgberg am Bergfuß brachte uns das Erzgrubenbähnle, eine umgebaute Zugmaschine mit zwei Planwagen, zur Erzgruben-Erlebniswelt mit einem Museumsdorf.

Hoch über dem Ort wird die Geschichte des Bergbaus seit dem Mittelalter mit allen Details zur Eisenerzgewinnung am Grünten dargestellt. Im Verlauf einer Bergwanderung können auch zwei Erzgruben sowie der zugehörige Tagebau besichtigt werden. Die engen, niederen Stollen wurden von den Venediger-Männchen, kleine Menschen aus Italien mit Erfahrung im Bergbau, in lebensgefährlicher und mühsamer Handarbeit ausgebrochen. Wegen des hohen Aufwands und der geringen Ausbeute und Erzhaltigkeit des Gesteins wurde der Abbau im 19. Jahrhundert eingestellt.

Danach brachen wir auf die kurzweilige Heimreise mit Unterbrechung zum Abendessen im Landgasthof Hirsch in Hüttenreute bei Ostrach auf. Erster Vorsitzender Helmut Gutzeit bedankte sich bei Gisela Votteler für die Ausflugsvorbereitung sowie allen Mitarbeitern und Teilnehmern für den gelungenen Jahresausflug."


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29.07.2010

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