Im Job stets verantwortlich und respektvoll handeln
Reutlingen. Gleich 571 Absolventen haben an der Hochschule ihr Studium erfolgreich absolviert. Gestern erhielten die Besten von ihnen im Rahmen einer Feierstunde ihre Auszeichnungen von den jeweiligen Dekanen.
Mit der Lille-Suite von Peder Holm begrüßten vier Mitglieder des Ensembles "±12 Cellisten" der Musikschule unter der Leitung von Joseph Hasten die 571 Absolventen des Wintersemesters, eindringliche Worte gab ihnen danach Hochschulpräsident Prof. Peter Nieß mit auf den weiteren Weg.
Und am Ende gab es die öffentliche Verleihung von Diplomen und Zeugnisse für die Besten, außerdem Preise von Förderern der Hochschule - samt Stipendien zur Unterstützung des weiteren wissenschaftlichen Karrierewegs.
Einige der Jungakademiker, die nun ihren "Bachelor" gemacht haben, werden jedoch in Reutlingen bleiben, um ihren Master zu bauen, der im Regelfall noch mehr Türen in die Führungsetagen der künftigen Arbeitgeber öffnen kann.
Prof. Peter Nieß, der in der Aula Wissenschafts-Prominenz, Ehrensenatoren, Honorarprofessoren, ebenso den ehemaligen FH-Rektor Prof. Georg Obieglo, Gäste aus der Politik und Reutlingens Finanzbürgermeister Peter Rist als Stellvertreter von OB Barbara Bosch begrüßte, hatte als Festredner den Reutlinger Verleger Valdo Lehari gewinnen können, der auch Vizepräsident des Verbandes der Europäischen Zeitungsverleger ist. Der plauderte aus dem Nähkästchen, beschrieb die Interna in dem großen europäischen Machtapparat EU und bekannte "als Lobbyist ebenfalls Teil dieser Maschinerie zu sein" - mit derzeit allein 59 Lobbythemen. Lehari kritisierte die "europäische Selbstverzwergung" und nahm die EU-Politiker und Beamten insoweit in Schutz, als diese ja überwiegend darunter zu leiden hätten, dass sie mit all den Forderungen aus den einzelnen Mitgliedsstaaten überhäuft würden. Computergesellschaft hin oder her: "Ich würde ja die Kugelkopfschreibmaschine wieder einführen, dann gäbe es nicht so eine dermaßen große Papierflut", so der GEA-Verleger.
Bürgermeister Peter Rist hatte zuvor die große Anerkennung der Hochschule in zahlreichen Rankings gelobt: "Sie sind führend in der internationalen akademischen Ausbildung", so Rist. Und Reutlingen sei mit seinen zahlreichen, gut aufgestellten Betrieben und dem Dienstleistungssektor "weiter ein Zukunftsstandort".
Der Präsident der Hochschule, Prof. Peter Nieß, richtete sich an die Absolventen mit den Worten: "Ja, wir haben viele von Ihnen gefordert." Aber "einen Abschluss an der Hochschule bekommt man nicht geschenkt", so Nieß, der auch die Eltern und Familienmitglieder der Studienabsolventen begrüßte, ihnen für die "finanzielle und moralische Unterstützung" dankte.
Vielleicht seien ja manche Studierende in der Prüfungsphase "an die Grenzen gestoßen". Doch nun stehe ihrer Zukunft nichts mehr im Wege, hätten sie doch auch einen Reifeprozess, eine persönliche Entwicklung durchlaufen. Für viele werde der berufliche Weg nun in verantwortliche Positionen führen, in Unternehmen, in denen sie auch zahlreiche Mitarbeiter hätten.
Sie sollten daher stets als Wertemaßstab vor sich haben: "Verantwortung, Respekt, Vertrauen, Toleranz und Engagement." Nieß: "Ich möchte mir nicht vorstellen, dass Sie als unsere Absolventen als Fachexperten und Manager verantwortungs- oder respektlos handeln."
Eindringlich erinnerte Nieß an die Verursacher der Banken- und Finanzkrise. "Man möchte ja meinen, dies sei eine einmalige Entgleisung gewesen - aber das Casino ist wohl schon wieder geöffnet."
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Autor: JÜRGEN HERDIN | 19.02.2011
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Alle Dekane der Hochschule warten (links) auf "ihre" Absolventen. Hochschulpräsident Peter Nieß (Mitte) begrüßt hier den Dekan der Maschinenbauer, Manuchehr Parvizinia, der Tim Woisetschläger (rechts) auszeichnet. Foto: Jürgen Herdin
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