Hendrik Brumme: "Ich bin kein Überraschungspaket"

Reutlingen.  Am Dienstag wurde er gewählt, gestern stellte sich Prof. Dr. Hendrik Brumme vor, der als Nachfolger von Prof. Peter Nieß am 1. September 2012 sein Amt als Präsident der Hochschule Reutlingen antreten wird.

Eigentlich wäre die Amtszeit von Prof. Peter Nieß erst 2013 ausgelaufen. Doch "2012 ist genug", sagte der seit gestern 66-Jährige. Und so hat am Dienstag der Hochschulrat den neuen Präsidenten gewählt, der anschließend vom Senat bestätigt wurde (wir berichteten). Dabei setzte sich der 51-jährige Brumme gegen Prof. Ottmar Schneck, Dekan der ESB School of Business, durch. Insgesamt neun Kandidaten - darunter zwei "Spaßbewerber" - hatten den Finger gehoben, vier waren in die engere Auswahl gekommen. Die Wahl sei in einer außerordentlich konstruktiven Atmosphäre verlaufen, sagte Nieß.

Brumme bringe eine hohe Managementerfahrung aus der Industrie mit - 16 Jahre arbeitete er bei Hewlett-Packard in Herrenberg, zuletzt als Leiter des mehrfach ausgezeichneten Werks "Enterprise System Europe". Die Entscheidung der HP-Geschäftsleitung, das erfolgreich arbeitende Werk zu schließen, wollte Brumme nicht mittragen. 2004 wechselte er an die Hochschule. Er sei team- und konsensorientiert, aber auch bereit, einmal getroffene Entscheidungen durchzusetzen, lobte der amtierende Präsident seinen Nachfolger. Seit 2007 ist Brumme Vizepräsident, er hat dort, wie Nieß sagte, eine "Superarbeit" geleistet.

"Ich bin kein Überraschungspaket", sagt Brumme, der in Herrenberg wohnt. Als Präsident will er den von den jetzigen Leuten eingeschlagenen Weg (Stichwort: Hochschulentwicklungsplan) fortsetzen. "Die Hochschule ist auf dem Weg, für die Zukunft gut gerüstet zu sein", konstatiert Brumme, der eine weitere Profilierung fordert. "Für was steht Reutlingen? Wo ist Reutlingen führend? Wie arbeiten wir?"

Das große Ziel müsse sein, nicht nur Teilbereiche, sondern die ganze Hochschule unter den Topadressen in Deutschland zu etablieren. Auf dem Weg dorthin müsse die Hochschule, ist Brumme überzeugt, autonomer und forschungsorientierter werden - sowohl finanziell wie auch das Personalwesen betreffend. "Wir brauchen Gelder, die wir für eigene Entscheidungen einsetzen können", sagt der Reutlinger Hochschulchef in spe.

Wichtig ist ihm auch, die Masterstudiengänge "state of the art", also möglichst aktuell, zu halten. Und auch die Weiterbildung werde in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Hierfür hat die Hochschule bereits vor drei Jahren mit der Knowledge Foundation eine eigene Stiftung gegründet.


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Autor: RALPH BAUSINGER | 28.10.2011

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