Geballte Infos über Jobs
Reutlingen. Rund 8000 Besucher kamen an zwei Tagen zur Bildungsmesse Neckar-Alb (Binea). Am Ende mussten sie hinauskomplimentiert werden, so groß war der Andrang noch am späten Samstagnachmittag.
Die Gymnasiastin Tanja (17) aus Reutlingen ist am Samstag in Begleitung ihres Vaters Michael gekommen - und hat einige Prospekten von Firmen unter dem Arm. "Ich will mich orientieren, schauen, ob ich gleich in den Job will." Beim Medizintechnik-Unternehmen Erbe in Tübingen hat sie sich ebenso umgeschaut wie am Stand der Stadt Reutlingen oder bei der Bruderhaus-Diakonie - ganz unterschiedliche Perspektiven. "Und bei Erbe habe ich mich ganz ausführlich informiert." Gut sei vor allem, "dass man immer gleich angesprochen wurde". Das kam um so besser an, als nicht nur die Personalchefs der Firmen an vorderster Front standen, sondern Auszubildende der Betriebe, die den jungen Besuchern eine mögliche Hemmschwelle nahmen.
112 Aussteller waren gekommen, belegten die Listhalle und die benachbarte Jahnhalle, für die 54 Seminare mussten heuer sogar die Umkleidekabinen herhalten. Ausbildung, Weiter- und Fortbildung: Auch Erwachsene, die längst im Erwerbsleben stehen, fanden auf der Binea wichtige Anregungen.
SPD-Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid hatte so bereits eingangs klar gemacht, "wie viele Türen es auf dieser Messe zu öffnen gilt". Denn es ist ja nicht so, dass sich dort junge Leute nach einem möglichen Ausbildungsbetrieb oder einem Praktikum umschauen. Vielmehr, so Schmid, würden auch Industrie und Handwerk oft qualifizierten Nachwuchs suchen. Und die Binea habe sich so inzwischen etabliert.
Die 15-jährige Hanna aus Hechingen will so langsam wissen, "was ich nach der Mittleren Reife tun soll". Soziale Berufe locken sie ebenso wie ein Aufenthalt im Ausland. "Ich hab mich bei der Uni-Klinik Tübingen informiert und bei Unternehmen, die Auslandsaufenthalte anbieten. Da hab ich überall hilfsbereite Leute getroffen - die Binea ist viel interessanter und besser, als im Internet zu suchen."
Sabine Reiser, Leiterin des Personalwesens der Mercedes-Niederlassung Tübingen und Reutlingen, erlebte zusammen mit ihrem Kollegen Michael Gugel einen ordentlichen Andrang von jungen Leuten, die sich für eine Ausbildung dort interessieren. "Wir hatten eine starke Nachfrage", sagte Reiser, was auch Richard Leuze von der Polizeidirektion Reutlingen die beiden Tage so empfunden hat. "Sehr gezielte Fragen sind gestellt worden, oft hatten die Schüler auch ihre Eltern dabei."
Achim Kühne-Henrichs, Leiter des Regionalbüros des Netzwerks Fortbildung Neckar-Alb, fand die Binea 2012 eine gelungene Veranstaltung, die nun aber an ihre räumlichen Grenzen gestoßen sei. Kühne-Henrichs und der Veranstalter Stephan Allgöwer von der Reutlinger Veranstaltungs-Agentur hoffen nun auf eine bald fertig gestellte Stadthalle - am besten schon für 2013.
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Autor: JÜRGEN HERDIN | 06.02.2012
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Der Andrang auf die Binea war am Freitag und Samstag richtig groß - rund 8000 Besucher wollten sich über die Bildungsangebote informieren. Foto: Jürgen Herdin
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