Finanzen als Schwerpunkt
Reutlingen. Zum siebten Mal organisiert die Stadt in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer, der IHK und dem Startnetz einen Existenzgründungstag, der am 10. Februar von 13.30 bis 17.30 Uhr im Rathaus stattfindet.
Lässt sich mit einer Geschäftsidee überhaupt genug Geld verdienen? Wie erstelle ich meinen persönlichen Businessplan? Was gibt es für Fördermöglichkeiten vom Land und Bund? Alles Fragen, die sich ein potenzieller Existenzgründer stellen sollte, bevor er sich entschließt, eine eigene Firma zu gründen oder als Freelancer zu arbeiten. Die Antworten dazu liefern am Freitag, 10. Februar, 33 Partner und Aussteller, die umfassende Informationen für angehende Unternehmer bereithalten, die Tipps geben und auch mal eine Geschäftsidee kritisch hinterfragen. Neben einem umfangreichen Vortragsprogramm und Kurzworkshops stellen sich erfolgreiche regionale Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen vor.
"Als Highlights mit dabei", so Wirtschaftsförderer Markus Flammer, sind die Firma CeGaT, Träger des Deutschen Gründerpreises 2011, die Firma Hejtec, Goldmedaillengewinner bei der Erfindermesse iENA 2011, die Tübinger Firma Kekswerkstatt, Hersteller des größten Kekses der Welt, und das Energy-Drink-Unternehmen get Dive, "die schwäbische Antwort auf Red Bull". Ein Beispiel für eine erfolgreiche Existenzgründung ist auch Ronald Arndt, der 2011 die im Industriegebiet West angesiedelte Firma "Chocolato" (www.chocolato.de) gründete und ebenfalls sein Unternehmen vorstellen wird. Der Chocolatier bietet genussvolle Dienstleistungen in Form von Pralinen, die man individuell und mit Firmenaufdruck online bestellen kann.
Auf den Plakaten, die demnächst für den Besuch des Existenzgründungstags werben, sind die Gesichter von drei weiteren erfolgreichen Existenzgründern aus Reutlingen abgebildet: die Modedesignerin Carolin Rein, die Floristin Tina Lang und der Augen-Spezialist Dr. Walter-G. Wrobel. Um dem Problem geeigneter Räume entgegenzutreten, hat die Stadt das Gebäude Mittnachtstraße 13 angemietet und stellt Existenzgründern ab Mitte Februar mehrere Einzelbüros zu günstigen Mietpreisen zur Verfügung. Wer mehr dazu wissen möchte, wendet sich beim Existenzgründungstag an Wirtschaftsförderer Markus Flammer.
Da in diesem Jahr "Finanzen" das Schwerpunktthema ist, bieten Joachim Pfeiffer und Christine Merz von der Kreissparkasse zum zweiten Mal einen Businessplan-Schnellcheck an, um die eigene Arbeitsleistung und das eigene Produkt besser kalkulieren zu können. Zur weiteren Ausarbeitung sollte ein kurzer Businessplan mitgebracht werden, der von den Experten unverbindlich bewertet wird: "Während man über Erfolgsaussichten gerne nachdenkt", so Existenzgründungsberaterin Ute Brandner, "machen sich die Wenigsten Gedanken über die Risiken. Deshalb ist der Businessplan das Herzstück jeder Gründung." Mit im Boot sind wie in den vergangenen Jahren Markus Flammer, Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung, die für Existenzgründungen im Microbereich zuständige Edith Koschwitz vom Startnetz, Bianca Schütz, Abteilungsleiterin bei der Handwerkskammer, und Ute Brandner von der IHK. Wie die Existenzgründungsberaterin berichtet, "sind Frauen bei Existenzgründungen auf dem Vormarsch". Während der Anteil vor einem Jahr noch bei 30 Prozent lag, ist er inzwischen auf über 50 Prozent gestiegen.
Die Organisatoren rechnen auch dieses Jahr wieder mit rund 250 bis 300 Besuchern. Während sich der Existenzgründungstag in den Anfangsjahren eher an Kleingründer richtete, sind nun alle angesprochen, die sich selbständig machen möchten. Dazu wurde das Angebot erweitert und deutlich mehr Referenten eingeladen. Auch beim Ablauf hat sich was getan. Neben Vorträgen werde es Erfahrungsberichte und mehr Einzelgespräche geben sowie vertiefende Fragerunden zu speziellen Themen.
Wer plant, eine eigene Existenz aufzubauen und dafür Basisinformationen, detaillierte Tipps für die unternehmerische Praxis und Hinweise zu häufigen Fehlern braucht, sollte sich den 10. Februar dick im Kalender anstreichen. "Denn", so Ute Brandner, "sechzig Prozent der Existenzgründer, die scheitern, haben keine Beratung in Anspruch genommen."
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Autor: JÜRGEN SPIESS | 27.01.2012
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Die Macher des mittlerweile siebten Existenzgründungstags mit den Plakaten, die für die Veranstaltung werben. Foto: Jürgen Spieß
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