Es geht weiter aufwärts

Reutlingen.  Euro-Krise und Staatsschuldenmisere können der Konjunktur in der Region Neckar-Alb anscheinend nichts anhaben: Die Wirtschaft bleibt optimistisch, zeigt der neue Konjunkturklimaindex der IHK Reutlingen.

Der IHK-Konjunkturklimaindex für das Frühjahr 2012 klettert leicht nach oben und erreicht 127 Punkte. Im Herbst lag er noch bei 123. Diesen Anstieg verdankt der Indikator aus Lage und Erwartung zwei Tatsachen: Zum einen laufen die Geschäfte derzeit rund. Laut IHK-Umfrage bezeichnen mehr als die Hälfte der heimischen Unternehmen (56 Prozent) ihre aktuelle Geschäftslage als "gut". Weniger als fünf Prozent sind mit ihren Geschäften unzufrieden.

Zum anderen hat sich die Erwartungshaltung nicht weiter verschlechtert, sondern auf dem Niveau vom Herbst 2011 stabilisiert: 58 Prozent der befragten Betriebe aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb (so viele wie im Herbst) erwarten eine unveränderte Geschäftsentwicklung. Ein Viertel rechnet mit einer Verbesserung, nur knapp ein Sechstel mit einer Verschlechterung.

Zudem verzeichnen 59 Prozent der Befragten steigende Umsatzzahlen. "Die Finanzmarktkrise schlägt nach wie vor nicht auf die Geschäfte durch - weder im Export noch im Binnenmarkt", kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Überdurchschnittlich zuversichtlich gestimmt sind die Unternehmen aus Großhandel, Dienstleistungen und dem Gastgewerbe. In diesen Sektoren erwarten mehr als ein Viertel in den kommenden Monaten weiterhin bessere Geschäfte.

Die Stimmung in der Industrie ist zwar grundsätzlich ebenfalls gut, die hohen Energie- und Rohstoffpreise werden von diesen Firmen jedoch mit Sorge betrachtet.

Die Situation des Einzelhandels in der Region, die sich das ganze vergangene Jahr über rasant verbessert hatte, musste in den vergangenen vier Monaten zum ersten Mal einen Dämpfer hinnehmen. Nur noch 45 Prozent der befragten Händler bezeichnen ihre Lage als gut. Im Herbst waren es noch 67 Prozent.

Im Bausektor war das Geschäft im vergangenen Herbst noch stark rückläufig - dies vor allem auch jahreszeitlich bedingt. Zu Beginn des neuen Jahres hat sich die Situation gewandelt. Fast die Hälfte der regionalen Unternehmen sieht seine derzeitige Geschäftslage positiv. Nur einer von 15 Befragten ist nicht zufrieden. Die Bauproduktion hat jedoch in den Wintermonaten nicht weiter angezogen. Angesichts der nach wie vor bestehenden wirtschaftlichen Turbulenzen betrachten die hiesigen Bauunternehmen die Zukunft jedoch immer noch recht zurückhaltend. 16 Prozent der regionalen Baufirmen erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftssituation, 13 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung.

Die Beschäftigungsaussichten bleiben auf dem Stand der letzten IHK-Umfrage vom September. Wie damals wollen 23 Prozent der befragten Unternehmen ihren Personalbestand erhöhen. Neun Prozent planen mit weniger Beschäftigten.

Die größte Nachfrage nach gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeigt sich im Dienstleistungssektor. Dort will gut ein Drittel der Firmen Mitarbeiter einstellen. "Die Arbeitslosenquoten in der Region sind so niedrig wie seit drei Jahren nicht. Das ist ein recht verlässliches Zeichen, dass wir in den kommenden Monaten weiter mit einer stabilen Geschäftslage rechnen können", prophezeit IHK-Konjunkturexperte Dr. Markus Nawroth.

IHK-Service Fragen zum Konjunkturbericht beantwortet Dr. Markus Nawroth, Leiter Volkswirtschaft und Regionale Wirtschaftspolitik bei der IHK, Telefon: (07121) 20 11 85 oder E-Mail: nawroth@reutlingen.ihk.de. Der vollständige Konjunkturbericht steht unter www.reutlingen.ihk.de/konjunktur zum Download bereit.


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Autor: SWP | 03.02.2012

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