Eine beispielhafte Erfolgsgeschichte

Reutlingen hat ein neues Programmkino. Das Kamino im Wendler-Areal eröffnet am 17. September. Gestern stellte das Team um Ulrich Bausch Räume und Konzept vor. Auch wichtig: Der Sitzkomfort ist exquisit.

OTTO PAUL BURKHARDT |

In der Kino-Historie der Stadt – immerhin wurden hier (!) die Französischen Filmtage gegründet – ist es sicher ein großer Moment. „Wir freuen uns alle riesig“, fasste Dr. Ulrich Bausch gestern die Stimmung zusammen: Nach weniger als zwei Jahren Vorarbeit kann das neue Reutlinger Programmkino Kamino jetzt am 17. September eröffnen. Damit erreicht die „beispielhafte Erfolgsgeschichte eines gemeinnützigen Genossenschafts-Projekts“ ihr erstes Ziel: Der Testdurchlauf kürzlich war okay, und nun geht das Kino am Donnerstag in den Echt-Betrieb.

747 Mitglieder zählt die Genossenschaft mittlerweile, bilanziert Karin Zäh vom Vorstand. Mit 897 Anteilscheinen a 200 Euro verfügt Kamino so über knapp 180 000 Euro – das sind schon mal die Hälfte der Baukosten, rechnet der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Bausch vor. Das Programmkino soll – rund zehn Jahre nach der Schließung zweier Reutlinger Kinos (siehe Info) – „eine Angebotslücke schließen“.

Das Kamino, so Bausch weiter, soll „ein Stück zusätzlicher Lebensqualität“ hier schaffen und einen „kleinen Beitrag zum Profil Reutlingens als Kulturstadt leisten“ – wohlgemerkt „als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zum Bestehenden“.

Das Konzept: Man will Arthouse-Filme zeigen, Filme „mit künstlerischem Anspruch“, sagt Bausch, „außerhalb des Mainstreams“. Auch häufig „OmU“-Versionen, das heißt in der Originalsprache mit Untertiteln: „Das wünschen sich viele.“

Die Zielgruppe sei daher bewusst eher die „etwas ältere Generation“. Das Team, ergänzt Klaus Kupke vom Vorstand, plant, öfters auch „Regisseure und Schauspieler einzuladen“. Die Filmauswahl? Trifft eine zehnköpfige Programmkommission. Werbung? War ein heiß umstrittenes Thema, man einigte sich jetzt auf eine „Kompromisslinie“. Der 92 Sitzplätze fassende Saal mit 21-Quadratmeter-Leinwand ist zudem „durchweg barrierefrei“, sagt Andreas Vogt. Zur Bild- und Tonqualität hat sich sogar Kino-Experte Stefan Paul höchst lobend geäußert. Und alle Genossen, die schon probegeguckt haben, bestätigen: Der Sitzkomfort auf den superbequemen Sesseln (mit Flaschenhalter) ist exquisit. Das Kamino ist laut Vogt ein „Einbau“ in eine historische Fabrikanlage der 20er Jahre. Vor und nach dem Film steht das Foyer mit Bar zur Verfügung – ein Nussbaumholz-Ambiente. Da gibt es etwa französische und regionale Weine. Aber auch, so Andreas Kissel vom Vorstand, „knisterfreie“ Köstlichkeiten. Denn das Kamino ist, wie Christian Barth betont, „das einzige popcornfreie Kino Deutschlands“.

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