Der Universal-Werkstoff schlechthin
Reutlingen. Ob als Baumaterial, zur Papier- oder Möbelherstellung - Holz ist ein Rohstoff, der vor allem durch eines überzeugt: Er wächst nach.
Ohne Holz gäbe es keine Zeitungen. Keine Bücher, Sitzecken, Stühle, Türen, Schränke, Holzdecken, Parkettböden - wir würden quasi auf kaltem Beton sitzen. Metalltüren in der Wohnung? Und an Decken und Wand anstatt Tapete und Holz? Also keine Frage - ohne Holz wären unsere Wohnungen und Häuser ein deutliches Stück ärmer. Und denken wir nur mal an die Dachkonstruktion unter den Ziegeln.
Beim Blick zurück in die Menschheitsgeschichte muss sogar die Frage aufkommen: Wo wäre der heutige Mensch ohne Holz? Wenn er in der Steinzeit keine Äste zum Feuermachen gefunden hätte? Woran hätte der frühe Mensch seine Werkzeuge befestigt, wenn nicht an Holz? Aus was hätten die später siedelnden Menschen ihre Häuser gebaut? Ohne Holz?
Doch wenden wir uns wieder der Gegenwart zu: Auch heute noch ist Holz ein unverzichtbarer Rohstoff, der nach der Erkenntnis, dass fossile Energieträger endlich sind, regelrecht wieder neu entdeckt wurde. Warum? Weil Holz nahezu CO2-neutral erzeugt werden kann", ist im Internet-Lexikon nachzulesen. Hinzu komme, dass Holz "mit geringem Energieaufwand zu verarbeiten ist und vollständig stofflich verwertet werden kann". Und dass Holz eine deutlich längere Lebensdauer hat - im Vergleich zu Beton - zeigen die Fachwerkhäuser, die einstmals im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut wurden und heute immer noch stehen.
Doch der nachwachsende Rohstoff ist heute auch in vielen anderen Bereichen nach wie vor unverzichtbar: Als Konstruktionswerkstoff etwa (Bretter, Leisten, Stäbe, Spanplatten) oder als Klangholz für den Instrumentenbau. Ohne Holz keine Stradivari, keine Gitarre, Oboe, Zither, Flöte. Und selbst im Sport wäre ohne Holz einiges nicht möglich. Was wäre ein Barren, ein Schwebebalken ohne Holz?
Kein Wunder also, dass die jährliche Holzproduktion diejenigen von Stahl, Aluminium und Beton weltweit immer noch übersteigt. Laut Wikipedia werden jährlich rund 3,2 Milliarden Kubikmeter Rohholz eingeschlagen, "davon fast die Hälfte in den Ländern der Tropen".
Dabei werden fast 50 Prozent des globalen Holzaufkommens verfeuert, also als Brennholz verwendet - was allerdings vor allem für die Tropen zutrifft.
"In Westeuropa beträgt der Brennholzanteil nur knapp ein Fünftel des Einschlags", ist in Wikipedia nachzulesen.
Europas waldreichste Länder sind Finnland, Slowenien und Schweden. Wikipedia berichtet, dass Holzmangel "seit dem 16. Jahrhundert bis in das frühe 19. Jahrhundert als bedeutendes wirtschaftliches und gesellschaftliches Problem wahrgenommen wurde".
Mit der Konsequenz: "Die Debatte darüber führte mit zur Umstellung auf fossile Brennstoffe im Verlauf der Industrialisierung und mit zur systematischen Professionalisierung der Forstwirtschaft und Forstwissenschaft."
Die Bedeutung von Holz ist also seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts wieder gestiegen. Und nicht gesunken.
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Autor: NORBERT LEISTER | 10.02.2012
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Die Wälder sind nicht nur Rohstofflieferanten, sie binden auch CO2.
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