Der Austauschbedarf ist hoch
Reutlingen. Seit fünf Jahren gibt es den Arbeitskreis der Kleinkindergruppen Reutlingen. Ein Grund zu feiern, finden die Vorstandsfrauen. Am Samstag soll es deshalb in der " Rappelkiste" rund gehen.
Fünf Jahre, das ist ein sehr guter Grund zum Feiern. Vor allem, wo doch die Personalfrequenz gerade im Kleinkindbereich sehr hoch ist und noch immer die gleich starke Riege den Karren zieht. Die Fachberaterinnen der Kontakt- und Beratungsstelle des Arbeitskreises Gundula Neuscheler und Carola Reinmuth, die sich seit drei Jahren gemeinsam eine halbe Stelle teilen, sowie die ehrenamtlichen Vorstandsfrauen Bettina Noack, Sabine Drews, Birgit Moczygemba, Bettina Hermes und Tanja Wagner sind noch immer mit Feuereifer dabei. 17 Reutlinger Trägervereine und vier aus Pfullingen, Eningen, Wannweil, teilweise mit mehreren einzelnen Gruppen, betreuen sie, wobei sie nur innerhalb der Stadtgrenzen beratend tätig sein dürfen.
"Der Austauschbedarf ist hoch", so Gundula Neuscheler. Gerade weil die Vorstände in den einzelnen Gruppen meist nur ein Jahr ehrenamtlich tätig sind, gibt es viele konkrete Fragen und den Wunsch nach individueller Beratung, denn jede Gruppe hat einen anderen Hintergrund und die Anforderungen an Kleinkindgruppen sind stark gestiegen. Themen wie Qualitätsentwicklung, Arbeits- und medizinische Sicherheit, Geschäftsführung, Personalführung von Fachkräften, Betriebserlaubnisse, Raumprobleme und entsprechende pädagogische Ausstattung sind hier Alltag. Was ehemals aus der Not heraus zur Entlastung der Eltern entstand, ist mittlerweile zu einem eigenen Geschäftsbereich geworden, der auch politisch gefordert wird. Der Arbeitskreis bildet, als eine stabile Komponente, ein Schnittpunkt zwischen den Vereinen und den öffentlichen Stellen.
Im Jahre 1996 fing alles an, in Reutlingen wurden die sich immer mehr bildenden Kleinkindgruppen durch feste Zuschüsse der Stadt unterstützt. 2003 bewirkte die eingeführte Krippenförderung des Landes Baden-Württemberg einen quantitativen und qualitativen Ausbau der Kleinkinderbetreuung auch in Reutlingen. Eine Koordinierungsstelle wurde unumgänglich. Der Arbeitskreis der Kleinkindergruppen Reutlingen, zunächst als informelles Treffen der einzelnen Vereine ins Leben gerufen, wurde dann am 26. Juni 2006 als Verein und damit Dachverband gegründet - und ist nun ein Partner auf Augenhöhe.
"Wir treffen uns fest etwa vier Mal im Jahr mit den Vorständen, bieten darüber hinaus Fortbildungen und Vorträge an und laden jährlich zum Krippenfachtag ein", so Carola Reinmuth. Finanziert werden die Vereine natürlich nach wie vor durch Elternbeiträge, 68 Prozent der Betriebskosten übernimmt seit 2009, nachdem sich der Landkreis zurückgezogen hat, die Stadt. "Wir erleben, dass die Nachfrage nach längeren Betreuungszeiten steigt", so Sabine Drews. So werden wohl in Zukunft weiterhin neue Gruppen gegründet, und es gibt noch lange genug zu tun für den Arbeitskreis.
Gefeiert wird das kleine Jubiläum mit Kind und Kegel am Samstag, 28. Mai, von 14 bis 17 Uhr in den Räumen der Rappelkiste, Peter-Rosegger-Straße 3. "Eingeladen sind alle ehemaligen, aktiven und engagierten Eltern, derzeit betreute und ehemalige Kinder sowie alle Unterstützenden der Kleinkindgruppen und des Arbeitskreises", so das Vorstandsteam.
Gute Gespräche und ausgelassene Stimmung sollen bei Kaffee und Kuchen im Vordergrund stehen. Kinder können sich bei zahlreichen Bewegungsspielen mit Hüpfburg und Co. verausgaben. "Um 16 Uhr wartet eine ganz besondere Überraschung für die Kinder", so ein Tipp der Vorstandsfrauen.
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Autor: MARIE-LOUISE ABELE | 27.05.2011
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Machen sich stark für die Kleinkindgruppen in Reutlingen: Sabine Drews, Gundula Neuscheler, Carola Reinmuth und Birgit Moczygemba. Es fehlen Tanja Wagner, Bettina Hermes und Bettina Noack. Foto: Marie-Louise Abele
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