Das Kaiserviertel wächst

Vier Gebäude mit 37 Wohnungen und sechs Gewerbeeinheiten - und das auf 4655 Quadratmetern Fläche: Der zweite Bauabschnitt, den Schöller auf dem Blessing-Areal plant, ist weit größer als der erste.

EVELYN RUPPRECHT |

"Wir fühlen uns in Pfullingen sauwohl": Dass sich Willi Schöller von der gleichnamigen Reutlinger Firmengruppe in einem derartigen Gemütszustand befindet, verwundert nicht. Denn nicht nur der erste Bauabschnitt auf dem ehemaligen Blessing-Areal - der Spatenstich war im September 2015 - "läuft sehr gut". Auch die Vermarktung des nächsten Abschnitts des neuen "Kaiserviertels", den der Investor im zweiten Halbjahr 2016 in Angriff nehmen möchte, lässt sich bereits jetzt bestens an.

Was da auf dem Blessing-Areal geplant ist, das stellten Schöller und der Architekt Jörg Seidenspinner am Dienstagabend im Gemeinderat vor. Nachdem für den ersten Bauabschnitt nur der Bosch-Parkplatz an der Kaiserstraße weichen musste, werden in Phase zwei die großen Firmenbauten abgerissen werden müssen, die sich zwischen der Kaiser-, der Bismarck- und der Burgstraße erstrecken. An der Stelle der Bauten, die einst zu der Briefumschlagfabrik gehörten und in denen Martin Benz zuletzt einen Gewerbepark angesiedelt hatte, werden vier neue Häuser entstehen. Das höchste Gebäude, das in der Kaiserstraße 36, wird sechsgeschossig sein. Auf drei Ebenen wird Gewerbe Platz finden, auf den drei weiteren Ebenen sind Wohnungen geplant. Auch im Erdgeschoss des Nachbargebäudes in der Kaiserstraße 34 ist an Büros und Praxen gedacht und in den oberen Etagen sind Wohnungen vorgesehen. Hinter den beiden Häusern soll eine Grünfläche mit Gärten und einem Kinderspielplatz entstehen, die auch eine Art Bindeglied zu den anderen beiden Neubauten in der Burgstraße 7 und 9 bildet. Hier, so Seidenspinner, soll's etwas ruhiger zugehen, weil reiner Wohnraum geplant ist.

Unter den Häusern wird eine Tiefgarage mit 51 Stellplätzen angelegt, für die Gewerbeeinheiten gibt es außerdem zehn Parkplätze im Außenbereich. Exakt 4655 Quadratmeter Fläche wird Bauabschnitt zwei mit seinen 37 Wohnungen und sechs Gewerbeeinheiten umfassen.

Rechnet man den ersten Teil, der derzeit im Bau ist, mit seinen 21 Wohnungen und 30 Stellplätzen dazu, vergrößert sich die Fläche sogar auf 6500 Quadratmeter - wobei es allerdings nicht bleiben soll. Denn einen dritten Bauabschnitt hat die Schöller Firmengruppe bereits im Blick. Es ist der Teil der einstigen Firma Blessing, in dem derzeit noch die Verwaltung von Bosch untergebracht ist. Wenn der Mietvertrag endet, will Schöller auch hier bauen - und vielleicht sogar Gebäudeteile erhalten, wie am Dienstag, als der Bauantrag im Gemeinderat auf der Tagesordnung stand, auf Nachfrage von Traude Koch (GAL) zu erfahren war. Denn an das Erhalten der Firmenhallen im zweiten Bauabschnitt sei zwar nicht zu denken, bei den Gebäuden in Phase drei zieht man Umbaupläne allerdings sehr wohl in Betracht. Ob die Substanzerhaltung den Wohnraum allerdings günstiger macht, lässt sich schwer sagen.

Obwohl die Wohnungen in der Kaiserstraße alles andere als Schnäppchen sind, läuft der Verkauf praktisch von selbst. "Wie machen Sie das denn mit der Vermarktung?", wollte Margrit Vollmer-Herrmann (SPD) wissen. Doch viel "machen" muss der Investor gar nicht. "Selbst wenn wir in Deckung gehen, hilft das nichts. Kaum heben wir den Kopf, stehen die Leute schon Schlange", so Schöller über die Lage auf dem Immobilienmarkt. Wobei es dem Reutlinger in Bezug auf Bauabschnitt I des Kaiserviertels auch extrem leicht gemacht wurde. Denn zwei Unternehmer haben die Anlage erworben und vermieten die Wohnungen weiter.

Eine gute Nachricht gab's am Dienstag auch für die Anwohner, die sich daran stören, dass die Bosch-Mitarbeiter seit dem Wegfall ihres Firmenparkplatzes öffentlichen Parkraum nutzen. In der Braikestraße wird ein Grundstück extra für sie als Parkfläche ausgewiesen.

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