Damit die Kinder sicher sind
Pfullingen. Der Putz muss ab, daran führt kein Weg vorbei. Und auch das alte Treppengeländer und die wunderschönen Glastüren mussten schon dran glauben: Das Doktorhäusle wird umgebaut. Und zwar kindgerecht.
Absperrbänder, Müllcontainer und viel, viel Lärm: Dass im Doktorhäusle im Schlösslespark jetzt die Handwerker das Sagen haben, ist kaum zu übersehen und noch weniger zu überhören. Das Gebäude, das 1877 als Wohn- und Ärztehaus erbaut wurde und in dem viele Jahre die Diakonie-Sozialstation untergebracht war, soll die neue Heimstatt der Familienstube werden - und für deren Belange und vor allem deren Sicherheit muss jetzt umgebaut werden.
"Wir müssen strenge Brandschutzauflagen erfüllen", erklärt Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle. Denn ins Familienzentrum, wie das Doktorhäusle künftig heißt, werden sehr viel mehr Menschen kommen als bisher, und auf zwei von drei Etagen werden größere Kindergruppen betreut. Also brauchts in den Fluren gläserne Brandschutztüren, die sich bei Rauchentwicklung automatisch schließen, die Zimmertüren müssen gegen Rauch abgedichtet werden und aus Sicherheitsgründen muss auch das Treppengeländer ausgewechselt werden: Das neue wird aus Hartholz und um einiges höher sein. Die strengen Brandschutzauflagen, die die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes erfüllen muss, haben allerdings auch zu Verzögerungen beim Umbau geführt. Die Brandschutzelemente sind bestellt, aber noch nicht geliefert worden. Nur gut, sagt der Stadtbaumeister, dass nicht noch eine zusätzliche Außentreppe - wie zum Beispiel an der Klosterkirche - gefordert wird. Dann würden die Kosten wohl die 80 000 Euro, die die Stadt jetzt für die Umbauten auf den Tisch legen muss, bei weitem übersteigen. Allerdings kommt auch wieder Geld fürs Doktorhäusle in die Stadtkasse - von der Familienstube. Die hat bei der Stadt ein Darlehen in Höhe von 30 000 Euro aufgenommen und beteiligt sich so an den Umbaukosten. Dazu kommt die monatliche Miete. Die allerdings wird nicht, wie eigentlich geplant, ab März, sondern ab 1. Juni fällig. Denn der Umzug der Familienstube von den Räumen in der Badstraße in den Schlösslespark sollte schon im März über die Bühne gehen. Wegen der Brandschutzauflagen verschiebt sich der Termin jetzt auf Ende Mai. Dann aber wirds für die Familienstube höchste Eisenbahn. "Die Erzieherinnen, die wir für die neuen Kindergruppen angestellt haben, stehen schon in den Startlöchern", weiß Britta Wayand, die Vorsitzende der Familienstube. Deshalb wird der Verein, der 300 Mitglieder hat, auch in jedem Stockwerk, das die Handwerker fertig gestellt haben, sofort mit den Verschönerungsarbeiten beginnen. Auf 250 Quadratmetern werden unter anderem ein Second-hand-Laden, ein Café als Treffpunkt für die Eltern und mehrere Kleinkindergruppen, Spielkreise und Babytreffs Platz finden. Sogar eine neue Fünf-Tages-Gruppe zur Kinderbetreuung wird eingerichtet.
"Weil die neuen Räume um einiges größer sind, als die alten, sind wir jetzt allerdings noch auf Spenden angewiesen", sagt Britta Wayand. Farbe, Teppiche, Mobiliar für die Kleinkinderbetreuung oder ein Sack Rasensaat - das Doktorhäusle hat einen großen Garten - wären, so Wayand, durchaus willkommen.
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Autor: EVELYN RUPPRECHT | 20.03.2010
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Britta Wayand freut sich: Bald kann die Familienstube in den Schlösslespark ziehen. Fotos: Evelyn Rupprecht
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