Business-Pläne und pfiffige Geschäftsideen

Ab in die Selbstständigkeit: Außerordentlich gut besucht war gestern die Gründermesse Neckar-Alb in der Stadthalle. Angesichts wichtiger, pfiffiger Tipps waren besonders die Workshops ein Renner.

JÜRGEN HERDIN |

Solche Auftritte der anderen, die es schon geschafft haben, machen einfach gute Laune und jede Menge Mut, selbst aktiv zu werden: Junge Start-up-Unternehmen - vom Tragetaschen-Produzenten über Klavierbaumeister und IT-Experten bis zum Limonaden-Hersteller und Fahrradbauer - traten auf der Gründermesse geballt auf und berichteten über ihre Erfahrungen. Und sie gaben heiße Tipps.

Vom ersten Gedanken daran, möglicherweise eine Marktlücke entdeckt zu haben, bis hin zum Gang zur Hausbank, um sich mit dem Businessplan in der Hand seinen Starter-Kredit abzuholen: Es gibt bestimmte Dinge auf dem Weg in die Existenzgründung, die einfach beachtet werden müssen.

Dabei ist es Joachim Pfeiffer von der Kreissparkasse "gar nicht so wichtig, dass alle gleich mit dem fertigen Businessplan zu uns kommen". Vielmehr, und das tat die KSK gestern auch auf der Messe, bekommen die Leute zunächst eine Schnellbleiche - "Crash-Kurs" wäre hier das falsche Wort - in Sachen Finanzen. Hubert Baumgärtner von der Volksbank Steinlach-Wiesaz setzt darauf, dass die Existenzgründer über Chancen und Risiken Bescheid wissen. Bei ihnen gelte das gibt Baumgärtner unumwunden zu: "Das sind die schwierigsten Kredit-Entscheidungen, die es gibt."

Ob jemand nun ein Unternehmen selbst gründen will oder bereit ist, auch einen bestehenden Betrieb zu übernehmen, dessen Besitzer zum Beispiel aus Altersgründen aufhört: Auf der Reutlinger Gründermesse gab es Informationen für alle Fälle. So kümmern sich bei der IHK Reutlingen federführend Karin Goldstein und ihr Kollege Frank Neubauer als direkter Ansprechpartner umfassend um die Frage der Unternehmensnachfolge.

Dr. Christoph-Michael Pfefferle, Leiter des Amts für Wirtschaft und Immobilien der Stadt Reutlingen, zeigte sich gestern als Organisator der Gründermesse "hoch erfreut über die vielen tollen und kreativen Ideen", auf die die Besucher hier träfen. Er unterstrich auch die Bedeutung der IHK-Initiative, sich detailliert mit Leuten zu befassen, die gut eingeführte Unternehmen übernehmen wollen. "Schließlich geht es hier auch um viele Arbeitsplätze", betonte Pfefferle, der von einigen solcher Vermittlungen weiß. Über 80 Aussteller, darunter elf Kommunen aus der Region, waren präsent, vor allem aber viele Start-up-Firmen reihten sich auf der Gründermesse Stand an Stand. Zwei Dutzend Vorträge und Workshops konnten besucht werden.

Und auch die ganz jungen Leute zeigten, wies gehen kann. So gründeten 14 Elftklässler des Reutlinger Albert-Einstein-Gymnasiums das Unternehmen "Ones Appearance". "Das ist eine richtige Firma", sagt Gretchen Haussmann, die im Marketingbereich arbeitet. Produziert werden Slogans und witzige Sinnsprüche , die auf weiße Baumwolltaschen gedruckt werden. "Die Geschäfte laufen gut", versichert Gretchens "Kollege" und Mitschüler Maximilian Uber. "Die Lehrer dürfen uns übrigens nur beobachten - wir wirtschaften so selbstständig wie möglich", betont Haussmann.

Und während die "Praxis für Lebensfreude", eine Fraueninitiative um Angela Fürtsch aus Reutlingen, Blumen an Messebesucher verteilt, präsentiert im Vorraum Unternehmensgründer Stefan Rickmeyer aus Mössingen das vom ihm designte Elektro-Dreirad "Musketier".

Bei seinem Rundgang hat der Grünen-Abgeordnete Thomas Poreski den Transportesel "sofort ins Herz geschlossen - ich bin begeistert", schwärmte Poreski. Und das nicht nur, weil das Rad auch grün gestrichen ist. "Es ist aus nachhaltigen Materialien gefertigt - die halten ewig", so Poreski. Mehr noch: Vor allem Schweizer Firmen haben dem Start-up-Unternehmer Rickmeyer schon einige Räder abgekauft.

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