Bürger mit Hirn und Herz
Reutlingen. Jahrzehntelang engagierte sich Dr. Heiner Völker für Menschen mit Behinderung sowie in der Vereinsarbeit. Dafür erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
"Net schwätza, schaffa" - so brachte Staatssekretär Dieter Hillebrand die Verdienste von Dr. Heiner Völker am Mittwochabend im Dominohaus auf den Punkt und ergänzte, dass die Gesellschaft nur bestehen könne, "wenn Menschen nicht nur vom Arbeiten reden, sondern anpacken".
Einer, auf den das besonders zutrifft, ist Dr. Heiner Völker. Denn wie Hillebrand während der Feier zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Rechtsanwalt weiter ausführte, habe der einerseits als Schaffer nachhaltig geprägt und andererseits über Jahrzehnte eine bewundernswerte Leistung erbracht. Wobei Völker ein Bürger sei, "der mit Hirn und Herz und ohne Attitüden zupackt".
Dass die Verdienste in den vergangenen Jahrzehnten weit über das übliche Maß hinausgegangen sind, wurde deutlich. Engagierte sich Völker doch bereits früh für die Lebenshilfe Reutlingen und trug maßgeblich, auch durch beinahe zwei Jahrzehnte im Vorstand, zu deren positiver Entwicklung bei.
"Er hat immer wieder neue Bausteine hinzugefügt", erklärte Hillebrand deshalb. Völker als ein schlagkräftiger, dafür fairer Verhandler. Ihm sei es maßgeblich mit zu verdanken, dass das Kaffeehäusle aufgebaut und das Projekt BAFF (Bildung, Aktion, Freizeit, Feste) ins Leben gerufen worden sei.
Weiterhin ausschlaggebend für die jetzige Auszeichnung sei zudem die Einrichtung der Stiftung Mariaberg gewesen. Und da sei es, so der Staatssekretär weiter, Völkers Engagement zu verdanken, dass die Stiftung in eine moderne und sichere Zukunft gehe.
Der eine oder andere Erfolg sei zudem mit der TSG Reutlingen hinzugekommen. Als Vorsitzender hat Völker das Ruder des größten Reutlinger Sportvereins in schwerer Zeit übernommen. An ihm habe es gelegen, den Verein durch eine raue See zu führen. Letztlich habe er der TSG aber neue Strukturen gegeben und die gesteckten Ziele nicht nur erreicht, sondern bei weitem übertroffen. Völker habe sich darüber hinaus für Menschen in den Dienst gestellt, "die unsere Hilfe brauchen", erklärte der Verwaltungsratsvorsitzende der Stiftung Mariaberg, Klaus Homann. Zudem verglich der Theologe Völker mit einem Odysseus und Libero für die Stiftung, der sich nicht von Sirenen ablenken ließ und sehr aufmerksam das Spiel verfolgte und eingriff.
Und Heiner Völker? Der dankte vor allem zunächst seiner Gattin Heidemarie, die "meist Verständnis" gezeigt habe, wenn er mal wieder unterwegs war. Letztlich gab er sich aber bescheiden und erklärte seinen Gästen, worauf es ankommt, um selbst ein Bundesverdienstkreuz zu erhalten. Mit einem Augenzwinkern meinte er deshalb, dass neben durchschnittlicher Intelligenz unter anderem die Bereitschaft, etwas für andere zu tun dazugehöre sowie ein kleiner Hang zur Erpressung, um Spenden zu bekommen.
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Autor: JAN ZAWADIL | 30.07.2010
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"Ohne Attitüden": Der mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Dr. Heiner Völker mit Staatssekretär Dieter Hillebrand. Foto: Jan Zawadil
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