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Blick in die Hochschulwelt

Die achten Klassen der Achalmschule haben sich dieser Tage mit ESB-Studierenden an der Hochschule Reutlingen getroffen, um sich über Studieninhalte und Auslandsaufenthalte zu informieren.

JÜRGEN HERDIN |

Von Neuseeland gings nach China, dann nach Mexiko, Paris und nach Argentinien, später hinüber zu den Robotern in der Mechatronik-Abteilung der Hochschule Reutlingen - am Mittwoch stand der Besuch bei den Textilern auf dem Programm. Doch zuvor mussten die jungen Leute der achten Klassen der Eninger Achalmschule noch - ganz offen und ehrlich - ihre eigene Stärken- und Schwächenanalyse machen.

Wo bin ich eher stark, was liegt mir überhaupt nicht? Das ist im Vorfeld von Bewerbungen wichtig, sonst kann man im "Echtfall", bei den Vorstellungen, leicht durchfallen. Schüler und Studierende der Hochschule, die ihre Forschungsstätte so optimal wie möglich erläutern sollen: Das Projekt wird beiden zum Vorteil sein: Schüler lernen das Leben an einer Hochschule kennen, erfahren etwas über die Berufs- und Bildungsbereiche und die Arbeit der Studierenden.

Motiviert werden sollen sie durch Studierende der "ESB School of Business" auf dem Campus der Hochschule Reutlingen, den Betriebswirtschaftlern. Sie bekommen am Ende für die Gestaltung der Info-Workshops mit den Schülern aus Eningen einen Schein, den sie für die Fortführung ihres Master-Studiengangs benötigen.

Und so weit liegen die so unterschiedlichen Teilnehmer überhaupt nicht auseinander. Philipp Strobel, der über seinen Forschungsaufenthalt bei "Bosch Power Tools" in der Millionenstadt Hangzhou berichtete, hat "ganz an der Basis angefangen" - mit einem Hauptschulabschluss. Seinen Bachelor-Abschluss hat er schon in der Tasche, nun geht es hin zum wichtigen Master-Diplom.

Ziel des Projekts ist, sich mit den Möglichkeiten und der Förderung der Achtklässler zu beschäftigen und sie fragen zu lassen. Linda Mohapel animierte in einem Lichtbildvortrag die Schüler dazu, über einen Auslandsaufenthalt nachzudenken, um den Horizont zu erweitern. Als Beispiel wählte sie Buenos Aires in Argentinien. Auch ihre Kommilitonen Heinrich Donner und Julia Kuhn legten sich mächtig ins Zeug.

Gabriele Felbinger, Rektorin der Achalmschule, ist jedenfalls "begeistert" über diese Zusammenarbeit, ebenso der Unternehmensberater und Geschäftsführer von "Apros Consulting" aus Eningen, Volker Feyerabend. Er gehört zum Förderverein der Achalmschule und hat das Projekt maßgeblich auf den Weg gebracht und unterstützt. Und die ESB war gerne bereit, diesen Feldversuch zu starten - sogar als zu benotenden Lehrinhalt.

Eine Arbeitsgruppe hatte die Aufgaben ehrenamtlich für die Bildungsstätten, die Schule und den Förderverein vorbereitet. Und die Hauptschüler waren sehr beeindruckt, lernten eine Menge Dinge kennen, die sonst ja erst sehr viel später auf sie zukommen werden. "Es lohnt sich, das alles ist sehr interessant", sagt beispielsweise Eva (15). "Vor allem weiß ich jetzt, wie man ein Auslandsstudium angehen kann." Erläutert wurde zudem, wie man sich Informationen für die jeweiligen Aufgaben beschafft.

Auch Tobias (13) und Jetullah (15) fanden vor allem die Berichte über die Arbeit in fernen Ländern sehr informativ, fanden aber auch Gefallen an der Stärken-Schwächen-Analyse, "und dass wir erfahren haben, worauf es bei Bewerbungsgesprächen ankommt". Die Idee der Bildungskooperation ist einfach und anspruchsvoll. Die Themen der Praxisaufgaben werden im nächsten Schuljahr erarbeitet und dem Gremium aus Hochschule, Schule und Apros vorgelegt.

"Die Zielsetzung der Kooperation hat einen sozialen Zweck, es geht um Wertevermittlung und die Motivation der Schüler", so Prof. Kristina Steinbiß, die von Seiten der ESB das Projekt leitet. "Event-Management" lautete die Aufgabe für ihre Studierende, also das möglichst perfekte Auftreten bei einer Publikumsveranstaltung. "Lernen durch Erfahrung, soziales Engagement und ungewöhnliche Praxiserfahrungen sind im Beruf hilfreiche Elemente", weiß Volker Feyerabend von Apros.

Und so wie sich die Sache an der Hochschule angelassen hat, wird es sicherlich eine Fortsetzung geben.

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