Auszeichnung für Jorunn Hamer

Betzingen.  Für ihr Betzingen bringen sich die Bürger ordentlich mit ein. Ein Engagement, das der Gewerbeverein belohnen möchte. Zum ersten Mal verlieh er auf seinem Neujahrsempfang den Betzinger Award 2010.

Die Zehntscheuer ist in den Augen von OB Barbara Bosch zum Begegnungsort in Reutlingens größtem Stadtteil avanciert. Bereits zum dritten Mal richtete der Betzinger Gewerbeverein (BGV) hier seinen Neujahrsempfang aus. Die Entwicklung sei aber nur durch das große bürgerschaftliche Engagement der Betzinger möglich gewesen. Hartnäckig seien sie dran geblieben, hätten Ausdauer bewiesen und Kreativität gezeigt, lobte die Oberbürgermeisterin. "Immer wenn ich in Betzingen unterwegs bin, spüre ich, dass die Menschen hier gern leben, sich wohl fühlen, sich zu Hause fühlen."

Lobende Worte schenkte sie auch dem BGV, denn der gebe dem Gewerbe in Betzingen eine Stimme, sei besonders aktiv und kreativ. Mit Gratulationen für ihren neuen Posten als Städtetagspräsidenten hielt sich der Gewerbeverein nicht zurück und übergab Bosch einen prunkvollen Blumenstrauß. Diesen hielt Bezirksbürgermeister Thomas Keck für seine Glückwünsche nur verbal bereit: "Mein Budget ist klein", fügte er entschuldigend hinzu. Für 2011 wünscht er sich: "Möge unser Betzingen 2011 auch bleiben, was es bislang ist, ein liebenswerter Heimatort, in dem man gerne lebt."

Einen kleinen Einblick in die Aktivitäten und Arrangements, mit denen der Verein sich im vergangenen Jahr schmücken konnte, gab der Erste Vorsitzende Rolf Thiebach: Neben Neujahrsempfang, Kinderflohmarkt, dem traditionellen kleinen Weihnachtsmarkt, der Beetpflege und dem Ortscheck gab es bereits zum dritten Mal das Betzinger Apfelfest mit über 150 neu gepflanzten Apfelbäumen. Sehen lassen konnte sich auch die Aktion "Rosen im Mai", bei der 2900 Rosen verschenkt wurden. Ein besonders großer Schritt für den Verein war der Kooperationsvertrag mit der Hoffmannschule. Ob dieses vollen Programms, befand auch Hans-Georg Nestel, man könne stolz sein auf 2010. Henry Fords Worte: "Probleme sind verkleidete Möglichkeiten", charakterisierten für Nestel das abgelaufene Jahr am Besten. Auch 2011 wolle der Verein viel bewegen, um den Stadtteil attraktiver zu gestalten und die Vernetzung untereinander zu stärken.

Mit einem Novum wartete der Gewerbeverein diesmal bei seinem Empfang auf - dem Betzinger Award für Menschen, die sich besonders um den Ort verdient gemacht haben und das Ehrenamt pflegen. Die Resonanz sei enorm gewesen, freute sich Markus Bosch vom Vorstand über den vollen Erfolg. Denn diese Aktion habe die Betzinger zum Nachdenken gebracht, und sie hätten bemerkt, dass vielen auch ohne Award "Danke" gesagt werden könne.

Die Preisträgerin ist nun zwar eine "Reigschmeckte", arbeitet aber seit 20 Jahren in Betzingen und hat sich besonders als Patin in der Parkpflege um die Mauritiuskirche verdient gemacht: Die Künstlerin Jorunn Hamer wurde mehrfach vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Laudatorin Margot Stoll dankte ihr besonders für die nun Hundekot freie Zone, errungen durch Schilder wie "Kacke des Monats".

Hamer leert Mülleimer, kehrt Laub zusammen und gestaltet den Park aktiv mit. "Was sie leistet, wird deutlich, wenn sie nicht da ist", betonte Stoll. Die kreativen Arbeiten der Künstlerin Hamer waren denn auch abends gleich in der Zehntscheuer an den Wänden zu bestaunen. Über 140 Bilder mit Betzinger Motiven produzierte sie in den vergangenen Jahren und arbeitet derzeit an an einem künstlerischen Blick über Betzingen hinaus an einem Buch mit dem Arbeitstitel "Expedition Reutlingen".

Sichtlich gerührt nahm Hamer den Award, eine Unze Gold, entgegen und freute sich besonders über den Hefezopf von Bäcker Markus Bosch, der die Urkunde rahmte. 19 Mal sei sie in ihrem Leben umgezogen, doch noch nie in ihrem Leben habe sie so lange gelebt wie in Betzingen. Als "Containerpflanze" bezeichnet sich die gebürtige Norwegerin, für Betzingen befindet sie: "Hier ist guter Boden, hier werfe ich meine Wurzeln hin" und fügt vor lauter Rührung zu: "Ich kann jetzt beinahe sagen, ich bin eine Betzingerin."


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Autor: ANNE SCZESNY | 26.01.2011

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