Ausgedientes gefragt wie eh und je

Reutlingen.  Die von den Technischen Betriebsdiensten Reutlingen (TBR) in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund im 19. Jahr veranstaltete Spielzeugbörse hat von ihrer Attraktivität nichts verloren.

Als im TBR-Betriebshof am Heilbrunnen am Samstag um 9 Uhr das große Tor geöffnet wurde, stürmten bereits mehr als 150 Schnäppchenjäger in die Ausstellungshalle. Auf den von den Veranstaltern aufgebauten 82 Verkaufstischen und ebenso vielen Bänken hatten auffallend viele, dem Spielzeugalter entwachsende Kinder all das aufgetürmt, mit dem sie im heimischen Kinderzimmer "sowieso nicht mehr spielen und das nur Platz weg nimmt", wie die zehn- und zwölfjährigen Geschwister Marie und Paul sagten.

Die zehnjährige Chiara hat "zu Hause keinen Platz mehr für neue Sachen". Ihr Tischnachbar Tim pflichtete bei: "Das schau ich doch alles eh nicht mehr an". CDs und Musikkassetten, Baby- und Kinderkleidung, Schlitten, Skateboards, Tennisschläger, Fahrräder, Kinderbücher und Spielsachen jeglicher Art hatten die vier Kinder um sich herum aufgebaut.

Derweil versuchten Marc und Matthias möglichst viele ihrer nicht mehr benötigten Spiele, Bücher und vor allem ihre einst "heiß geliebten Pokemon-Karten" zu verscherbeln. Wie die anderen 81 Bieter auch, hatten sie dem Kinderschutzbund als Entgelt für die Organisation pro Tisch acht Euro bezahlt - und die sollten jetzt natürlich schnell wieder reinkommen.

Für den auch für die Bewirtung sorgenden Kinderschutzbund ist die Spielzeugbörse von Beginn an "auch eine ökologische Angelegenheit, mit der nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Abfalldeponie geschont wird". Wohl wissend, dass man hier "gut erhaltene Spielsachen oft zu einem Spottpreis erstehen kann", so war von den Käufern vielfach zu hören, zog es wiederum vor allem junge Familien zur zwei Mal jährlich stattfindenden Spielzeugbörse.

Unter den rund 1000 Besuchern konnten die Organisatoren der TBR-Abfallberatung um Monika Serrancoli viele Stammkunden registrieren. "Es war erneut ein großer Andrang, es wurde ordentlich verkauft, alles ist positiv verlaufen und es gab nichts Unerfreuliches", bilanzierte sie am Samstag mit strahlenden Augen.

Am Ende schienen (fast) alle Beteiligten zufrieden zu sein. Der Kinderschutzbund und die TBR ebenso wie Verkäufer und Käufer. "Gefragt war vor allem Spielzeug, dagegen gingen die Klamotten kaum", so hieß es aus verschiedenen Richtungen. Kriegsspielzeug und verletzungsgefährdende Objekte durften auch dieses Mal nicht auf die Tische. Und auch professionelle Händler waren von vornherein nicht erwünscht.


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Autor: DIETMAR CZAPALLA | 09.03.2010

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