Auch mal auf ein Kapitel im Lehrwerk verzichten
Reutlingen. "Wo die Sprache zuhause ist", war der Titel des Auftaktreferates des Fremdsprachentages am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen).
Nach einer stimmungsvollen Musikdarbietung begrüßten Seminardirektor Dieter Salzgeber und Birgit Wiest, Bereichsleiterin Fremdsprachen, die 150 Teilnehmer. Im Vortrag erläuterte Prof. Böttger von der katholischen Universität Eichstätt anhand aktueller Forschungsergebnisse aus der Hirnforschung anschaulich, was sich im "Netzwerk Gehirn" beim vorschulischen und schulischen Fremdsprachenlernen abspielt und stellte ausgewählte neue Befunde aus der Neuroforschung, die für den Spracherwerb von hoher Relevanz sind. Daraus zog er klare sprachendidaktische Schlüsse, die einen Paradigmenwechsel unaufschiebbar machen. Er erläuterte unter anderem die Bedeutung der frühen Mehrsprachigkeit, des bilingualen und des individualisierten Lernens, und betonte mehrfach die Bedeutung eines positiven Lernklimas für den Spracherwerb.
In den Workshops und Ateliers hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, neuere Ansätze zeitgemäßer fremdsprachlicher Lernarrangements kennen zu lernen und praktisch zu erfahren: "Task Based Language Learning" (aufgabenorientiertes Fremdsprachenlernen), "Kooperatives Lernen", "Individualisierung mithilfe von Neuen Medien", "Kreatives Schreiben", "eTwinning als Internetplattform für europäische Schulpartnerschaften" waren einige Titel des reichhaltigen Angebotes, aus dem man auswählen konnte. Die beiden großen Ausstellungen mit Unterrichtsbeispielen sowohl zu bilingualem Lernen als auch zu aufgabenorientierten Unterrichtsstunden - erstellt von Anwärtern aus Kurs 28 - trugen bereichernd zur Anschaulichkeit bei. Aktiv unterstützt wurde die Veranstaltung durch Infos und Materialien der Schulbuchverlage Cornelsen, Klett und Diesterweg sowie dem d.a.i. (Deutsch-Amerikanisches Institut), dem Institut Français und anderen Kooperationspartnern. Die Besucher fühlten sich darin bestärkt, neue Wege im Fremdsprachenunterricht zu gehen und "auch mal auf das eine oder andere Kapitel im Lehrwerk zu verzichten zugunsten von authentischen und schülernahen Unterrichtsangeboten", so eine Teilnehmerin.
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Autor: SWP | 28.10.2011
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