Als Leitprinzip im Bildungsplan verankern

Die Fachschaft Mensch und Umwelt des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung der Realschulen in Reutlingen hatte kürzlich zu einem Fachtag "Ernährungs- und Verbraucherbildung" eingeladen.

SWP |

Mit 148 angemeldeten Personen war die Veranstaltung bereits nach wenigen Tagen ausgebucht, heißt es in einer Mitteilung des Realschulseminars. Mit diesem ausgesprochen großen Zuspruch hatten die Veranstalterinnen im Vorfeld nicht gerechnet und freuten sich, dass die Thematik die Neugierde und das Interesse so vieler geweckt hatte. Zielgruppe waren die Realschullehreranwärterinnen, aber auch deren Mentorinnen sowie weitere interessierte Lehrkräfte.

"Verbraucherbildung" soll als ein Leitprinzip im neuen Bildungsplan verankert werden. Bereits in der Vergangenheit hat das Fach Mensch und Umwelt hierzu wichtige Impulse geliefert. Zukünftig wird dieses Leitprinzip im neuen Wahlpflichtfach "Alltagskultur, Ernährung, Soziales" noch stärker in den Fokus rücken und handlungsleitend sein. Nicht nur die Thematik, sondern auch die von Silke Würth hierzu gewonnen hochkarätigen Experten, lockten die Teilnehmer nach Reutlingen.

Das Auftaktreferat zur Einführung in die Thematik "Verbraucherbildung - gesellschaftliche Herausforderungen und didaktische Potentiale", hielt Prof. Dr. Methfessel von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Mit dem Vertiefungsreferat von Prof. Dr. Bender von der Pädagogischen Hochschule Basel und Brugg über "Fachliche Lernaufgaben und Kompetenzentwicklung" als zentrale Bausteine des Unterrichts", wurde die Thematik fachdidaktisch konkretisiert, darüber hinaus gab der Vortrag Einblicke in die unterrichtliche Arbeit über die nationalen Grenzen hinweg.

In Workshops konnten Anregungen für die eigene Unterrichtspraxis gesammelt, vor Ort ausprobiert und analysiert werden. Auch hier lockten nicht nur das vielfältige Angebot, sondern auch die leitenden Personen mit ihrer hohen Expertise.

Bei F. Zimmermann (Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume) wurde mit "Auf Brot geht"s los" die Möglichkeit gegeben, Erfahrungen mit Ernährungsthemen durch digitale Medien wie dem Smartphone, zu sammeln. Prof. Dr. Ritterbach (Pädagogische Hochschule Freiburg) führte mit "Verbraucherbildung on air" in die Möglichkeiten der Radioarbeit mit Schülerinnen und Schülern zu den Themenfeldern Konsum, Ernährung und Gesundheit ein.

Die Diplom-Ökotrophologin Schwörer (Abteilung Lebensmittel und Ernährung, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg) vermittelte den Teilnehmerinnen "Möglichkeiten und Grenzen einer Klimabewussten Ernährung" und zeigte den Zusammenhang von der Herstellung von Lebensmitteln und dem Ausstoß von Treibhausgasen auf. Der Workshop "Experten-Wissen das schmeckt" von F. Braukmann (Diplom-Ökotrophologin im Auftrag des aid infodiensts) bot praxiserprobtes Unterrichtsmaterial für die "Lernküche" zu bildungsrelevanten Themen wie Esskultur, Einkauf und Kennzeichnung.

Abschließend gaben F. Schultes und F. Hesse als Mitglieder der Bildungsplankommission Einblicke zum derzeitigen Stand ihrer Arbeit. Die Diskussion zeigte, wie sehr die Frage: "Wie wird sich das Fach verändern und wie hoch wird der fachpraktische Anteil des Unterrichts zukünftig noch sein?", die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigt.

"Die Veranstaltung war ein Erfolg", meldete F. Radtke als Vertreterin des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg den Veranstalterinnen anerkennend zurück. Die Spannung, wie die Verbraucherbildung zukünftig im Bildungsplan verankert und das Fach sich verändern wird, bleibt, Anregungen und Umsetzungsmöglichkeiten wurden den Teilnehmerinnen an diesem Tag dagegen in vielfältiger Weise aufgezeigt.

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