Alles andere als trocken
Reutlingen. Angestaubt und trocken? Alles andere als das wurde in der Friedrich-List-Halle und der Jahnsporthalle sowie in zwei Riesen-Trucks ein breites Spektrum an Wissen vermittelt. Sehr zur Freude der Besucher.
Schon mal von Biopro Baden-Württemberg gehört? Am Wochenende präsentierte sich diese landeseigene Gesellschaft bei den Wissenstagen in Reutlingen. Was Biopro will? "Die Bedeutung der Biotechnologie im Land ausbauen", heißt es im Flyer der Einrichtung. Bezogen wird das auf die Bereiche Krebsforschung ebenso wie die grüne Gentechnik, Umwelt, Energie oder auch Allergien. Die neuesten Forschungen, Ergebnisse und Erfolge sind im Internet auf der Homepage von Biopro nachzulesen. Und die Gesellschaft versucht, Forschungsinstitute und Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, zusammenzubringen, sie zu unterstützen und zu fördern
Eine tolle Sache, oder? "Genau, deshalb haben wir Biopro bei den Wissenstagen auch immer mit dabei", sagt Thomas Greiner, Chef der Agentur 101 Entertainment, die hinter der Organisation der jährlich stattfindenden Wissenstage steht. Auch wenn die Präsentation an diesem Stand eher traditionell und ohne den gewissen Reiz des Ungewohnten ist - wie etwa bei der "Sound Dusche" oder dem Film mit einer Spezialbrille, der den Betrachtern vor Augen führt, wie die Welt sich ohne den Menschen weiter entwickeln würde. Sehr gefragt war bei den Wissenstagen auch die Literaturecke - die mit Filmen und Hörbeispielen jede Menge Informationen an die Besucher weitergab.
Überhaupt waren Informationen genau das, was die Wissenstage transportierten: Die Verpackung war oftmals anders, mal mit Kopfhörern und MP3-Playern, mal mit fachkundigem Personal wie etwa an den Ständen der Reutlinger Museen, mal mit interaktivem Spielereien wie etwa in den beiden Riesen-Trucks, die den Besuchern über die Themen "Energie und Umwelt" und über die Biotechnologie in all seinen unterschiedlichen Varianten informierten. "Ich bin sehr überrascht, nicht nur über die Menge des Publikums, sondern auch über das große Interesse, das die Besucher mitbringen", sagt etwa Dr. Martin Brenndörfer vom Biotechnikum-Truck, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Vor allem Familien hat der Biologe registriert, "da entdecken Eltern zusammen mit ihren Kindern die Welt der Biotechnologie", sagt er und bewertet das als "sehr positiv".
Ebenfalls positiv sehen auch Greiner und Markus Flammer als städtischer Wirtschaftsförderer den Andrang bei den Wissenstagen: Schon zur Eröffnung am Samstagmorgen um 10 Uhr standen viele Familien bereit, um sich die Ausstellung anzusehen, aber auch die Vorträge. "Die angebotenen Workshops waren alle immer ruckzuck voll", so Greiner. Einen Volltreffer hatte auch die Fair-Energie in der List-Halle gelandet: Ihre Mini-Solar-Propeller und die kleinen Solar-Autos zum selber Zusammenbauen waren ein absoluter Renner, der Stand war jeweils von Anfang bis Ende an beiden Tagen voll belegt. Beklagen konnten sich allerdings auch die anderen Firmen nicht, die sich in der List-Halle präsentierten. Ebenso wenig wie die Reutlinger Sternwarte und die Hochschule: Einige Roboter verdeutlichten dort, "wie das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine funktioniert", sagte Christiane Rathmann, Pressesprecherin der Hochschule.
Die Präsentation als einer der Reutlinger "Wissensproduzenten" in der List-Halle sieht sie - genauso wie die beteiligten Firmen - nicht nur als reine Image-Kampagne, sondern vielmehr auch als Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Und damit Werbung in eigener Sache zu betreiben, denn: Der Kampf um den Nachwuchs ist entbrannt, künftig müssen die Firmen und auch die Universitäten und Hochschulen sich noch besser präsentieren, um die neuesten Wissenschaftler und Fachleute für sich zu begeistern. Das Fazit dieser Wissenschaftstage mit ausgesprochen großem Andrang: Eigentlich schade, dass sie nicht jedes Jahr in Reutlingen sind.
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Autor: NORBERT LEISTER | 21.03.2011
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Die einen Besucher basteln, die anderen schauen sich lieber den Solarrenner an. Fotos: Norbert Leister
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