40 Gönninger Köpfe in Wort und Bild

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Der Geigenbastler, der Höhlenforscher, diverse Samenhändler,  ein Kunstmäzen, ein Bürgermeister, Geistliche und Kunstschaffende – insgesamt 40 Persönlichkeiten werden vorgestellt. Biografische Skizzen zur Ortsgeschichte, die „Gönninger Köpfe“, herausgegeben von Christel Pahl und Prof. Paul Ackermann. Das 240 Seiten umfassende Buch wird am Freitag um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus der Öffentlichkeit präsentiert.

Geschichtschreibung kann chronologisch angegangen werden, wie das Gönninger Autoren beispielsweise vor einem Vierteljahrhundert zum 900. Geburtstag des Orts in Angriff genommen hatten. „Da hatten wir eine systematische Aufarbeitung, beginnend mit den Alemannen“, erinnert sich Ackermann, von 1989 bis 2009 Bezirksbürgermeister. „Doch diesmal wählten wir den biografischen Ansatz, was sich als sehr spannend herausgestellt hat“, so der ehemalige „Hobbybürgermeister“, wie er sich selbst in dem neuen Buch nennt. Wir wählten Persönlichkeiten aus, die ortsprägend waren – oder es heute noch sind“. „Aktuelle Biografien gehören einfach dazu“, versichert der Herausgeber. Denn auf diese Weise sei nachvollziehbar, „wie Geschichte auch auf die Gegenwart wirkt“.

Und zu den „Gegenwärtigen“ gehört auch Christel Pahl, die erste Gönninger Frau im Amt. 2009 übernahm sie Ackermanns Aufgaben. Und auch sie hat in „Gönninger Köpfe“ ihr Aufgabenfeld skizziert; dies in einer Weise, dass auch in ihrem Beitrag viel Wissenswertes über den Ort  zu finden ist.

Vor zwei Jahren begann Ackermann mit der Arbeit und der Überlegung, welche Lebensgeschichten welcher Persönlichkeiten, Unternehmern ebenso wie Pfarrern oder Kommunalpolitiker auf jeden Fall dazu gehören sollten. Nun liegt das Buch mit seinen 240 Seiten – samt Vereins- und Firmenporträts – und 120 Fotos vor - in festem Einband, versteht sich.

Der Preis von 19 Euro war allerdings nur deshalb möglich, weil alle Autoren ihrer Arbeite ehrenamtlich nachgingen – „und wir das Buch im Eigenverlag herausbrachten“, sagt Ackermann, der redaktionell verantwortlich zeichnet. Einem Tipp Udo Hönningers folgend, der Mann ist von Beruf Druckoptimierer, ließ man die „Gönninger Köpfe“ in Estland drucken. Die Qualität ist überzeugend“, so Ackermanns Urteil. Die Gestaltung übernahm die junge Gönningerin Friederike Benz, eine selbstständig tätige Grafikdesignerin. Vom Druck und der gelungenen Darstellung überzeugen kann sich die Gönninger Bürgerschaft am Freitagabend, wenn bei der Präsentation Namen von engagierten Menschen fallen werden, Kommunalpolitiker gehören freilich ebenso dazu wie Pfarrer, Lehrer, Firmenbesitzer, Kunstschaffende und viele andere mehr.

Ganz bewusst hat Ackermann erst im 19. Jahrhundert begonnen, denn da erlebte Gönningen mit dem Samenhandel seine zweite, große Zeit – nach der der Stöffler aus dem Mittelalter. Außerdem hätte ein weiterer Rückgriff den Rahmen des insgesamt ambitionierten Projekts gesprengt. Und so haben wir den historischen Gesamtzusammenhang der Entwicklung Gönningens vom Königreich Württemberg bis heute“, erläuterte Ackermann am Dienstag bei der Buchvorstellung für die Medienvertreter.

Gespannt sein darf die Leserschaft schon auf Namen wie  Georg Martin Stumpp (1854 bis 1930), der als Florist nach Amerika auswanderte und an den die markante „Wawonda“-Villa an der Rosmarinstraße erinnert.

Nicht fehlen durfte selbstverständlich im Buch Ernst Ziegler (1874 bis 1958), der vor allem als Kunstmäzen bekannt wurde. Ziegler, Spross eines Samenhändlers, stieg aber zusammen mit seinem Bruder auch in die Branche ein. So schufen die Zieglers buchstäblich florierende Samenhandelsgeschäfte nicht nur in Deutschland, sondern auch in  Harlem (New York).

Seiten zählt das Buch – eine selten spannende Ortsgeschichte mit 120 teils historischen Abbildungen.

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