Eine der größten im Land

Riedlingen.  Die Berufliche Schule Riedlingen lädt am Samstag, 11. Februar, von 10 bis 14 Uhr, zu einem Informationstag ein. Sie hat ein umfassendes Angebot.

Zehn bis zwölf Prozent der Absolventen kommen aus dem Zwiefalter Raum als Auszubildende oder auch in die weiterführenden Schulen bis hin zur Wirtschaftsoberschule. Mit ihr ist die Berufliche Schule sehr gut aufgestellt. Sie war 1992 eine der ersten im Land und gehört jetzt zu den größten. "Die nächste ist in Rottenburg", sagt Oberstudiendirektor Manfred Rieger. Derzeit wird sie in den zwei Jahrgangsstufen von 75 Schülerinnen und Schülern besucht, die nach der mittleren Reife allesamt schon einen Beruf erlernt haben und jetzt das Abitur anstreben.

Insgesamt sind es 420 junge Leute, welche das Angebot der Beruflichen Schule nutzen, die dank des Landkreises Biberach als Träger bestens ausgestattet ist. Möglich ist ein Berufsvorbereitungsjahr für die Bereiche Metalltechnik, Ernährung und Hauswirtschaft und Gebäudereinigung, in dem auch der Hauptschulabschluss gemacht werden kann.

Im Berufseinstiegsjahr mit Hauptschulabschluss wird in den Berufsfeldern Wirtschaft und Verwaltung, Metalltechnik, Ernährung und Hauswirtschaft für eine eventuelle Ausbildung fit gemacht. Die zweijährige Berufsfachschule führt zur Fachschulreife, der mittleren Reife entsprechend. Sie kann im kaufmännischen Bereich oder mit dem Profil Ernährung und Gesundheit belegt werden. Wer hier einen guten Abschluss macht, hat die Chance, sich in die ein- oder mehrjährigen Berufskollegs einzuschreiben oder gar in ein berufliches Gymnasium zu wechseln.

Das kaufmännische Berufskolleg I qualifiziert nach mittlerem Bildungsabschluss zur Ausbildung oder Beschäftigung und bei entsprechenden Noten zur Übernahme ins Berufskolleg II, das mit der Fachhochschulreife abschließt. Wer am Zusatzunterricht "Wirtschaft" teilnimmt, darf sich "staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent" nennen und hat die Studienberechtigung an einer Fachhochschule zumindest in Baden-Württemberg. Die einjährige Berufsfachschule Metalltechnik und Fahrzeugtechnik gilt in der Regel als erstes Ausbildungsjahr.

Voller Hoffnung, aber auch mit Sorge blicken Manfred Rieger und sein Stellvertreter Frank Steinhart auf die Ausbildungsbereitschaft der heimischen Betriebe. Da sie im kaufmännischen Bereich bereits eingebrochen ist, können diese Berufsschüler nicht mehr in Riedlingen bedient werden. Sie hoffen, dass dieses Schicksal nicht auch die gewerbliche Berufsschule in der dualen Ausbildung trifft, die sich an Feinwerk- und Industriemechaniker, Teilezurichter, Maschinen- und Anlageführer wendet.

Der Appell gilt deshalb den Betrieben, weiterhin auszubilden, fürchten die Lehrer doch, wenn junge Leute sich andernorts orientieren müssen, gehen sie der Raumschaft möglicherweise auch als gut ausgebildete Fachkräfte verloren.

Überhaupt sorgt man sich nach dem demographischen Einbruch und den Veränderungen in der Bildungspolitik um den Bestand der Schule. Zuversichtlich stimmt jedoch Rieger, die am Dienstag getroffene Entscheidung, dass seine Stelle und die eines Stellvertreters nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Herbst ausgeschrieben wird. Das klinge nach Erhalt des Schulstandortes und Selbstständigkeit.

Am Informationstag gibt es im Aufenthaltsraum der Schule in der Nähe des Riedlinger Kreiskrankenhauses für jede Schulart eine Station. Interessenten werden von Lehrern und Schülern individuell beraten und sie erhalten einen Einblick ins Haus und seine Werkstätten. Vor Ort sein werden auch Vertreter von Betrieben.


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Autor: WALTRAUD WOLF | 09.02.2012

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