EDITORIAL: Bis nächstes Jahr

Bis nächstes Jahr

· Anfang Februar 2012 gibt es RegioBusiness wieder in gedruckter Form. Bis dahin gibt es die Nachrichten aus der heimischen Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken wie gewohnt online (www.regiobusiness.net - für die paar wenigen, die das noch nicht wissen sollten :-)) ).

Der Planet dreht sich, und damit kommt das nächste Jahr so sicher wie das Christkind an Heiligabend. Daran werden weder Finanzakrobaten noch Ratingagenturen etwas ändern. Gott sei Dank. Sonst kämen am Ende noch ein paar Verrückte auf den Gedanken, mit windigen Leergeschäften auf das Ergebnis in Bethlehem zu spekulieren. Aber bringen wir niemand auf dumme Ideen.

Weihnachten und die Zeit zwischen den Jahren sind bekanntlich die Tage, um sich ein wenig zu besinnen. Besinnen darauf, dass es noch anderes gibt als Finanz-, Schulden- und Eurokrisen.

Wir sind im Ganzen gut durch die vergangenen Monate gekommen. Unsere wirtschaftlichen Flaggschiffe, ganz gleich ob aus Industrie oder Handel, sind mit ordentlichen Zahlen von den internationalen Märkten heimgekehrt. Die meisten Arbeitsplätze - von denen wir im Verhältnis zwischenzeitlich so viele haben wie nirgendwo anders - sind so sicher, wie es "uns Winzlingen" eben möglich ist, sie wirklich abzusichern. Und unsere Jobs sind zudem in der Mehrheit auch ordentlich bezahlt. Karl Schäuble hat es auf dem Weihnachtsempfang der Arbeitgeberverbände klar formuliert: "Die Menschen in der Region sind zusammengerückt", haben gemeinsam nach Lösungen gesucht und in der Regel auch gefunden. Dass es dabei gerade auch zwischen den Sozialpartnern ab und an streitbar zugeht, liegt in der Natur der Sache. Betriebsräte und Gewerkschaften sind nicht dazu da, immer "einen auf Friede, Freude, Eierkuchen zu machen". Und auch um alltägliche Umsetzung von "Energiewenden" darf, ja muss, redlich gestritten werden. Nur das Ringen um den richtigen Weg bringt neue Ideen hervor und schafft die Voraussetzungen für eine lebenswerte Zukunft. Und die Region ist wieder ein Stück vorangekommen. Wir bieten heute so viele Studienplätze, wie wir vor Jahresfrist noch kaum glauben wollten, dass wir sie je haben. In den Betrieben ist das Begreifen des demografischen Wandels und seiner Folgen angekommen. Gesundheitsmanagement oder verstärkte Anstrengungen in den Bereichen Ausbildung und Qualifizierung sind nur zwei Beispiele dafür, wie ein ganzer Landstrich versucht, sich auch im Kleinen sein eigenes Morgen zu erarbeiten. Und es wird wichtig sein, den Kurs zu halten, denn es braucht wenig hellseherische Fähigkeiten, um zu erkennen, dass uns allein die Staatsverschuldung in Europa auch hier in der Region noch einiges abverlangen wird. Und wer einen Sozialstaat mitsamt ordentlicher Rente für seine älteren Mitbürger "sanieren" will, sollte sich klarmachen, dass Demografie eine Sache zwischen Generationen ist. Die Bewertung, ob uns zu diesem Thema etwas Vernünftiges eingefallen ist, können die meisten von uns, dann noch etwas grauer und wahrscheinlich gebisslos im Altersheim, mit Inbrunst diskutieren.

Sie sehen, wir tun gut daran, uns ein wenig damit zu beschäftigen, dass ein Mehr an Nachhaltigkeit am Ende auch wirtschaftlich meist mehr bringt. Den Klimawandel werden wir nicht dadurch stoppen, dass sie irgendwo auf diesem Planeten ein paar Bäume mehr stehen lassen, sondern dass wir auch hier in Heilbronn-Franken das Unsere tun, die Natur davon abzuhalten, sich nicht gnadenlos gegen unsere Kinder zu erheben.

Das Christkind kommt bald, das neue Jahr auch. Jede Wette, wenn wir wieder für Sie schreiben, wird es irgendwo kriseln und vielleicht der Euro schwächeln. Doch das ist alles menschengemacht. Was wir dafür brauchen, ist die Hoffnung und den Mut, unsere Möglichkeiten auch zu nutzen. Es ist Weihnachten - Zeit sich auf das Wesentliche zu besinnen. In diesem Sinne von Herzen: frohes Fest.

· Heribert Lohr,

verantwortlicher Redakteur


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Autor: SWP | 09.12.2011

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