Soll die Platanenallee fallen?

Die Gegner reden von 280 Bäumen, die für Stuttgart 21 fallen müssten, Schienenexperten von einer ganzen Allee.

Das Anliegen der Parkschützer: Der Schlossgarten, dieser Schatz im Herzen der Stadt, ist akut vom Großprojekt Stuttgart 21 bedroht. Ausgerechnet der von den Stuttgartern am meisten genutzte und geliebte Teil des Mittleren Schlossgartens würde durch die Bauarbeiten vollständig zerstört. Auf 4,4 Hektar sollen mehr als 280 alte Bäume mit bis zu fünf Metern Stammumfang gefällt werden, Platanen, Bergahorn, Eichen, Ulmen, Rosskastanien, Rotbuchen und andere. Diese wertvollen Bäume bieten Lebensräume für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Ganz zu schweigen davon, was eine Parklandschaft mit Bäumen dieser Größe den Menschen gibt und für das Klima in der Stadt tut. Ausgleichsmaßnahmen für diesen Verlust und die anderen enormen Umweltschäden durch Stuttgart 21 können da nicht trösten: sie sind zu klein, kommen zu spät und sind zudem am völlig falschen Ort.

Die Argumente der Befürworter: Das Projekt Stuttgart 21 eröffnet die historische Chance, den Schlossgarten und den Rosensteinpark um 20 Hektar zu erweitern und von allen Seiten zugänglich zu machen. Rosensteinpark und Rosensteinviertel werden miteinander verbunden. Der Rosensteinpark und das Rosensteinviertel gehen künftig direkt ineinander über. Die heute teilweise schlecht erreichbaren Stadtquartiere in der nördlichen Stuttgarter Mitte werden wieder miteinander verknüpft. Die zusätzlichen 20 Hektar öffentliche Parkflächen schaffen eine neue Qualität der Naherholung und dienen als erweiterte "grüne Lunge" für die Stuttgarter. Die auch von Gegnern des Projekts Stuttgart 21 akzeptierte Verlegung des Wartungsbahnhofs vom jetzigen Standort unterhalb des Rosensteinparks nach Untertürkheim würde weit mehr Natur vernichten als die von den Parkschützern immer wieder genannten mehr als 280 alten Bäume: Beim Ausbau des Kopfbahnhofes wären in jedem Fall vier weitere Gleise Richtung Bad Cannstatt nötig, um den schnellen Zugverkehr zu ermöglichen. Bei 600 Zugfahrten täglich und 500 Rangierfahrten müssten zwei weitere Gleise verlegt werden, um den Rangierverkehr zu bewältigen, das ginge nur über eine weitere Brücke über den Neckar. Das aber hätte nach Ansicht von Schienenexperten die unerwünschte Nebenwirkung, dass die Platanenallee fallen müsste.


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