Der Schlüssel zum Glück

Ulm.  Als letzter im Ziel und doch alles richtig gemacht. Der Wahl-Ulmer Olaf Schwark zieht bei der Schatzsuche den letzten der sieben Schlüssel aus der Lostrommel. Er passt und macht ihn um 10 000 Euro reicher.

Der Gewinner der Schwörmontag-Schatzsuche steht fest: der 42-jährige Olaf Schwark hat die 10 000 Euro gewonnen, die zu gleichen Teilen von Radio 7, SÜDWEST PRESSE und swp.de stammen.

Dabei hätte alles auch ganz anders kommen können. Als der Notar Christian Winkler, zuständig für den ordnungsgemäßen Ablauf der Schatzsuche, am frühen Montag sein Haus am Michelsberg verlässt, wird er auf zwei Männer aufmerksam, die in einer Seitenstraße neben einem Auto warten. Das Foto Winklers war in der Zeitung erschienen, die Männer hatten offenbar darauf spekuliert, dass sie nur Winkler folgen müssten, um zu dem geheimgehaltenen Ort des Schatzes zu gelangen.

Als der mit seinem Auto die Garage in Richtung Kanzlei verlässt, bemerkt er, dass ihm die Männer in einem dunklen Wagen folgen. "Erst habe ich gedacht, dass das auch Zufall sein kann", sagt Winkler. Doch als der Wagen in der Frauenstraße immer noch hinter ihm fährt, wird er stutzig. Er greift zu einem Trick: An der Ecke Neue Straße/Frauenstraße täuscht er mit dem Blinker ein Abbiegemanöver vor, um dann plötzlich gerade aus zu fahren. Der Wagen ist noch hinter ihm. "Da hab ich gemerkt, dass die nicht zufällig hinter mir sind." Am Donaucenter gelingt es Winkler schließlich die Verfolger abzuschütteln. "Ich bin so über eine Ampel gefahren, dass es gleich nach mir Rot wurde."

Er fährt den Wagen in die Tiefgarage am Petrusplatz und geht zur Kanzlei, die er später zu Fuß über den Hinterausgang verlässt. Er läuft bis zur Hirschstraße, streift durch die Geschäfte. Dann verabredet er sich per Handy mit Radio 7-Programmdirektor Daniel Torka, der ihn um etwa 12 Uhr in einer Seitenstraße im Auto erwartet. "Ich bin rein ins Auto und dann weg", sagt Winkler und Torka ergänzt: "Das war echt James-Bond-mäßig."

Als sie um 12.30 Uhr im Donaustadion ankommen, ist außer den Veranstaltern noch niemand da. Wie auch? Das Versteck wurde erst um 13 Uhr auf swp.de bekannt gegeben. Dazu mussten sieben Zahlen, die unlängst in der SÜDWEST PRESSE abgedruckt waren, in die richtige Reihenfolge gebracht werden. An welche Stelle welche Zahl gehörte, hat Radio 7 gestern zwischen 12 und 13 Uhr gelüftet.

Offenbar hatte der Hinweis auf eine Zielkamera in den Teilnahmebedingungen einige Mitspieler schon auf die richtige Fährte gebracht. Die Kamera hätte im Falle eines Ansturms im Zieleinlauf klären sollen, wer die ersten sieben sind. Schließlich gab es insgesamt sieben Schlüssel, von denen jedoch nur einer die Tür des Tresors öffnet.

Keine zwei Minuten nach 13 Uhr stürmen bereits zwei junge Männer in schwarzen T-Shirts und eine Frau in kurzen Hosen in das Donaustadion. Sie spurten die 200 Meter bis zur Ziellinie und werden dort von Notar Winkler empfangen. Die Frau in den kurzen Hosen ist die 24-jährige Studentin Andrea Späth. Außer Atem erzählt sie, dass sie "alles auf eine Karte" gesetzt habe.

Zu dritt hätten sie überlegt, wo man eine Zielkamera anbringen könnte und gleichzeitig genug Platz hat - ihre Schlussfolgerung: das Donaustadion. Während sie vor den Toren des Stadions wartete, gab zuhause ein Freund die Zahlenfolge auf swp.de ein und sagte per Mobiltelefon Bescheid. Um 13.05 ist bereits ihr ganzes Team im Ziel angekommen. Im Falle des Gewinns sollten die 10 000 Euro durch drei geteilt werden.

Es ist 13.08 Uhr als Olaf Schwark, als siebter das Ziel erreicht. Rechtzeitig, wie sich herausstellen sollte. Während Schwark sein Glück kaum fassen kann, als sich der Tresor mit seinem Schlüssel öffnete, machen die anderen sechs Finalisten lange Gesichter. So kurz vor dem Ziel und doch leer ausgegangen. "Es ist schon ein bisschen Pech", sagt Elias Kuke, der als sechster ins Ziel lief.

Sportlich nahmen es dagegen Heidi und Willi Wolf aus Söflingen. Als sie um 13.35 mit der Straßenbahn ankommen, ist längst alles vorbei. "Wir gehen jetzt in die Stadt und feiern Schwörmontag."


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