Für den Informatiker schließt sich der Kreis

Dass die Stadt seine Forschung auf diese Weise würdigt, freut Prof. Christian Schlegel besonders. Bescheiden fügt er hinzu: Ohne sein Team ginge es nicht.

Christian Schlegel hat Informatik an der Uni Ulm studiert und am Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) bei Franz-Josef Radermacher promoviert, an der Hochschule Ulm lehrt und forscht er seit 2004. Dass der Robotikexperte gebürtiger Marbacher ist, können wir an dieser Stelle getrost hintanstellen - auch weil Schlegel selber sagt: "Ich fühle mich als Ulmer. Die Randbedingungen sprechen für Ulm. Die Region ist stark. Und die Hochschule unterstützt meine Forschung." Vier Aussagen, die Hochschul-Rektor Achim Bubenzer aufatmen lassen, denn Schlegel ist einer jener Wissenschaftler, die wegen ihrer Spitzenforschung von Hochschulen umworben werden - ähnlich wie Özil und Schweinsteiger von spanischen Spitzenteams.

Kurz, der Mann hat was drauf in einem Forschungsgebiet, das zukunftsträchtig, aber dem Laien nur schwerlich zu erklären ist. Oder? Da ist von Systemarchitektur die Rede, von Algorithmen, von modellbasiertem Vorgehen. Schlegel sagt: Wir wollen technische Systeme befähigen, selbstständige Entscheidungen zu treffen, und das in unerwarteten Situationen. Mit der Betonung auf: selbstständig. Das ist gewissermaßen das Schlüsselwort für die Robotik. Die Service-Roboter sollen sich selber in ihrer Umgebung zurechtfinden, beispielsweise alten oder behinderten Menschen im Haushalt zur Hand gehen. Pflegeroboter? Nein, sagt der Dekan der Fakultät Informatik, das funktioniert nicht. Es gehe darum, den Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. "Technik soll nicht dominieren, sondern assistieren."

Schlegels freut sich sehr über den mit 5000 Euro dotierten Preis, "vor allem darüber, dass meine Forschung derart gewürdigt wird". Eine Forschung, die nur im Team möglich ist. "Wir haben uns etabliert bei einem Thema, das international verankert ist."


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