Fröhliche Meute mit merkwürdigen Schwimmhilfen
Ulm. Was für eine Steigerung: Vor zwei Jahren fiel das Nabada wegen Hochwassers aus. 2009 stand es bis Schwörmontagmorgen auf der Kippe - und dann ging's doch, im Neoprenanzug in der 14 Grad kalten Strömung die Donau hinunter. Und dieses Mal - haben Ulm, bestes Sommerwetter und unzählige Nabader all das nachgeholt, was in den letzten zwei Jahren versäumt worden ist! Mittendrin: das Team von swp.de.
Auf wohltemperierte 21 Grad hat sich die Donau von der Sommersonne der jüngsten Wochen aufwärmen lassen. Was zur Folge hat, dass zum einen ein Kälteschutz für Nabader zwar empfohlen, aber nicht vorgeschrieben ist, wie noch im vergangenen Jahr. Und zum anderen bereits an der Illerbrücke in Wiblingen, der ersten Einstiegsstelle der wilden Meute, ein fröhliches Gedränge herrscht wie am Vorabend auf dem Ulmer Münsterplatz beim Konzert von Schlagerbarde Dieter Thomas Kuhn. Das darf auch nicht verwundern: Denn wer sich bei diesem Sonnenschein, bei diesen Temperaturen, nicht ins Wasser traut, der wird es wohl nie zum Nabada schaffen.
Auch die Crew von swp.de, vier furchtlose Freiwillige mit einer Affinität fürs Nasse, sticht mit ihren zwei aneinander gebundenen Schlauchbooten hier in Fluss. Das flache Kiesufer ist übersät von zumeist jungen Menschen, die fröhlich warten, um ihre Schwimmkörper zu Wasser zu lassen. An manchen Stellen wird gegrillt, an vielen kreisen die Bierflaschen. Neue Nabader, die den Weg neben der Illerbrücke herunterkommen, werden mit lautem Johlen und einem Schwall Spitzwasser aus vollen Kübeln begrüßt.
Eingedenk unserer im Vorjahr erworbenen Erfahrungen wissen wir: Nass wird man beim Nabada immer. Und zwar durchgehend, von Kopf bis Fuß. Also lieber einmal vorher freiwillig in die Donau springen als nach einer unerwarteten kalten Dusche mit Schnappatmung im Fluss landen. Das Wasser ist übrigens nur so lange kalt, bis es durch Bein- und Kragenöffnung des Neoprenanzugs eingedrungen ist und sich seinen Weg bis zu den kritischen Stellen, etwa so auf Höhe der Körpermitte, gebahnt hat.
Danach schreckt uns nichts mehr. Los geht’s! Unter kräftigem Paddeln folgen wir dem von Nabadern wie buntes Konfetti bestreuten Strom. Das Wasser ist grün, die Strömung erstaunlich stark und weil unser zweites Boot fast leer ist, erlauben wir zwei vorbeischwimmenden Austauschstudenten aus China, bei uns mitzufahren. Die Namen der beiden sind uns leider entfallen. Nicht vergessen aber haben wir, dass sie nach eigenen Angaben zum fünften Male das Nabada mitmachen. Und wie lustig das fernöstliche Duo geworden ist, nachdem sie ihren Durst an den von anderen Nabadern gereichten Bierflaschen gelöscht haben, wird uns ebenfalls unvergesslich bleiben...
Nach gut einer Stunde, rund 1,5 Kilometern, biegen wir von der Iller in die Donau ein. Unter ständigen Wasserduschen treiben wir vorbei am Atlantis-Bad, unter der B-10-Brücke hindurch, passieren Donaubastion und die Eisenbahnbrücke mit ihren gefährlich breiten, weil direkt unter der Wasseroberfläche verborgenen Pfeilerfundamenten. Umgeben sind wir von Tausenden anderer Teilnehmer auf ihren manchmal merkwürdigen Schwimmhilfen. Surfbretter, Gummiboote, Kajaks, Luft- und Bettmatratzen, aufgepumpte Lkw-Reifen, alte Reisekoffer, Badeinseln, selbstgezimmerte Holzflösse aus Europaletten und Plastikfässern, zusammengeschnürte Getränkekisten - es ist erstaunlich, was sich alles als Auftriebskörper gefunden hat. Zwischendrin die großen Themen-Boote der Zillenfahrer, die Kernstücke des Ulmer Wasserumzugs. Den bedenklich wild, aber im Takt schaukelnden Musiker-Zillen steuern wir besser nicht in die Quere.
Und ständig heißt es Wasser schöpfen. Denn im Gegensatz zu unserer Nabada-Premiere haben wir dieses Mal nicht nur die Unterwasser-Kamera, sondern auch selbst Eimer mit dabei. 2009 waren wir noch die Opfer, wehrlos den unzähligen Nass-Attacken aus allen Richtungen ausgeliefert. 2010 gießt das swp.de-Imperium mit aller Macht zurück. "Ulmer Spatza, Wasserratza, hoi, hoi, hoi“ brüllt das Publikum vom Ufer und die Meute auf dem Fluss lässt nicht lumpen: Die wogende Wasserschlacht bei gemächlicher Strömung auf der Donau, vor Tausenden von Zuschauern an beiden Ufern, ist der Höhepunkt der nassen Sause. Und wäre die gegenseitige Nass-Spritzerei nicht, man könnte fast trockenen Fußes direkt über die Donau laufen, so dicht treibt hier Boot an Boot.
Gut zwei Stunden dauert der Spaß, dann driften wir an der Betonburg Congress Centrum vorbei allmählich in Richtung Gänswiese, bevor wir am Bootssteg von Neu-Ulm-Offenhausen ausbooten. Für uns endet hier eine besondere Dienstreise; die Pflicht in der Redaktion ruft. Für viele andere, die mit uns anlanden, führt dagegen der direkte Weg in die Friedrichsau, zu Biergarten, Volksfest und Freiluftmusik. Das aber, nehmen wir uns fest vor, holen wir im Laufe dieser Nacht auch noch nach!
Auch die Crew von swp.de, vier furchtlose Freiwillige mit einer Affinität fürs Nasse, sticht mit ihren zwei aneinander gebundenen Schlauchbooten hier in Fluss. Das flache Kiesufer ist übersät von zumeist jungen Menschen, die fröhlich warten, um ihre Schwimmkörper zu Wasser zu lassen. An manchen Stellen wird gegrillt, an vielen kreisen die Bierflaschen. Neue Nabader, die den Weg neben der Illerbrücke herunterkommen, werden mit lautem Johlen und einem Schwall Spitzwasser aus vollen Kübeln begrüßt.
Eingedenk unserer im Vorjahr erworbenen Erfahrungen wissen wir: Nass wird man beim Nabada immer. Und zwar durchgehend, von Kopf bis Fuß. Also lieber einmal vorher freiwillig in die Donau springen als nach einer unerwarteten kalten Dusche mit Schnappatmung im Fluss landen. Das Wasser ist übrigens nur so lange kalt, bis es durch Bein- und Kragenöffnung des Neoprenanzugs eingedrungen ist und sich seinen Weg bis zu den kritischen Stellen, etwa so auf Höhe der Körpermitte, gebahnt hat.
Danach schreckt uns nichts mehr. Los geht’s! Unter kräftigem Paddeln folgen wir dem von Nabadern wie buntes Konfetti bestreuten Strom. Das Wasser ist grün, die Strömung erstaunlich stark und weil unser zweites Boot fast leer ist, erlauben wir zwei vorbeischwimmenden Austauschstudenten aus China, bei uns mitzufahren. Die Namen der beiden sind uns leider entfallen. Nicht vergessen aber haben wir, dass sie nach eigenen Angaben zum fünften Male das Nabada mitmachen. Und wie lustig das fernöstliche Duo geworden ist, nachdem sie ihren Durst an den von anderen Nabadern gereichten Bierflaschen gelöscht haben, wird uns ebenfalls unvergesslich bleiben...
Nach gut einer Stunde, rund 1,5 Kilometern, biegen wir von der Iller in die Donau ein. Unter ständigen Wasserduschen treiben wir vorbei am Atlantis-Bad, unter der B-10-Brücke hindurch, passieren Donaubastion und die Eisenbahnbrücke mit ihren gefährlich breiten, weil direkt unter der Wasseroberfläche verborgenen Pfeilerfundamenten. Umgeben sind wir von Tausenden anderer Teilnehmer auf ihren manchmal merkwürdigen Schwimmhilfen. Surfbretter, Gummiboote, Kajaks, Luft- und Bettmatratzen, aufgepumpte Lkw-Reifen, alte Reisekoffer, Badeinseln, selbstgezimmerte Holzflösse aus Europaletten und Plastikfässern, zusammengeschnürte Getränkekisten - es ist erstaunlich, was sich alles als Auftriebskörper gefunden hat. Zwischendrin die großen Themen-Boote der Zillenfahrer, die Kernstücke des Ulmer Wasserumzugs. Den bedenklich wild, aber im Takt schaukelnden Musiker-Zillen steuern wir besser nicht in die Quere.
Und ständig heißt es Wasser schöpfen. Denn im Gegensatz zu unserer Nabada-Premiere haben wir dieses Mal nicht nur die Unterwasser-Kamera, sondern auch selbst Eimer mit dabei. 2009 waren wir noch die Opfer, wehrlos den unzähligen Nass-Attacken aus allen Richtungen ausgeliefert. 2010 gießt das swp.de-Imperium mit aller Macht zurück. "Ulmer Spatza, Wasserratza, hoi, hoi, hoi“ brüllt das Publikum vom Ufer und die Meute auf dem Fluss lässt nicht lumpen: Die wogende Wasserschlacht bei gemächlicher Strömung auf der Donau, vor Tausenden von Zuschauern an beiden Ufern, ist der Höhepunkt der nassen Sause. Und wäre die gegenseitige Nass-Spritzerei nicht, man könnte fast trockenen Fußes direkt über die Donau laufen, so dicht treibt hier Boot an Boot.
Gut zwei Stunden dauert der Spaß, dann driften wir an der Betonburg Congress Centrum vorbei allmählich in Richtung Gänswiese, bevor wir am Bootssteg von Neu-Ulm-Offenhausen ausbooten. Für uns endet hier eine besondere Dienstreise; die Pflicht in der Redaktion ruft. Für viele andere, die mit uns anlanden, führt dagegen der direkte Weg in die Friedrichsau, zu Biergarten, Volksfest und Freiluftmusik. Das aber, nehmen wir uns fest vor, holen wir im Laufe dieser Nacht auch noch nach!
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Autor: Robert Dönges | 19.07.2010
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Nabada: Ausstieg der Nabader in der Friedrichsau |
Nabada: Bilder vom SWP-Boot |
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