Jan Schenk wird vom Virus besiegt
Der Meidelstetter Jan Schenk lag bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften gut im Rennen - und musste dann krankheitsbedingt passen.
Der Leichtathlet der TuS Metzingen hatte sich einen grippalen Infekt eingefangen, was ärgerlich war, denn bis zur Aufgabe hatte er einen starken Wettkampf abgeliefert. Der B-Jugendliche begann seinen ersten Zehnkampf in Potsdam hervorragend. Über die 100 Meter lief er mit 11,25 Sekunden die schnellste Zeit in seiner Altersklasse, im Weitsprung (6,71 Meter) sprang er die viertbeste Weite.
In der dritten Disziplin legte der 16-Jährige mit 15,68 Meter im Kugelstoßen eine Weite hin, die alle Erwartungen übertraf. Und auch im Hochsprung wuchs er förmlich über sich hinaus und steigerte seine Bestleistung um fünf Zentimeter auf sehr gute 1,90 Meter und war damit bester Hochspringer. Mit 51,60 Sekunden und der viertschnellsten Zeit über 400 Meter beendete das Mehrkampftalent seinen ersten Tag und lag völlig unerwartet mit 40 Zählern in Front.
Nach einer unruhigen Nacht fühlte sich Jan Schenk am Sonntag bereits zu Beginn nicht ganz wohl, lief aber in 14,39 Sekunden über die Hürden noch die schnellste Zeit aller Zehnkämpfer. Plötzlich auftretende Kreislauf- und Magen-Darmprobleme setzten ein großes Fragezeichen hinter eine Fortführung des Wettkampfes. Nach kurzer ärztlicher Behandlung und einer kleinen Ruhepause trat Schenk noch zum Diskuswerfen an und erzielte mit 42,03 Meter eine für die Situation erstaunliche Weite. Nach sieben Disziplinen lag Jan Schenk mit 5468 Punkten noch in Führung, doch der ein Jahr ältere Aron Schreiner (5406 Punkte/LG Frankfurt) konnte mit über 48 Meter im Diskus den Abstand verringern. Noch vor dem Stabhochsprung fiel die vernünftige Entscheidung über einen Abbruch, denn geschwächt oder unachtsam an die achte Disziplin zu gehen, oder die 1500 Meter zu laufen, wäre unverantwortlich gewesen. "Jan hat an diesem Wochenende deutlich gezeigt, dass er auch bei der B-Jugend ganz vorne mitmischen kann. Dass ihn dann über Nacht ein Infekt heimsucht, ist bedauerlich und der Abbruch war für ihn selbst am schlimmsten", sagte sein Trainer Uwe Euchner.
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Autor: SILKE EUCHNER | 02.09.2010
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