In einer bestechenden Frühform

Die deutschen Vielseitigkeitsreiter sind auf einem guten Weg in Richtung Olympische Spiele. Dies ist eine der vielen positiven Erkenntnisse eines intensiven Wochenendes im Haupt- und Landgestüt.

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Besonders beeindruckend war der Auftritt von Michael Jung in Marbach - und es war auch ein Zeichen an die internationale Konkurrenz. Der Welt- und Europameister aus Horb dominierte am Wochenende die 26. Internationale Vielseitigkeit wie kein anderer Reiter zuvor. Der 29-Jährige gewann die Ein- und die Dreisterneprüfung, verteidigte den Landesmeistertitel und siegte in der Wertungsprüfung des Schlosser Reithallencups.

Am nachhaltigsten war indes seine Demonstration mit seinem Spitzenpferd Sam (siehe auch nebenstehenden Bericht). "Es ist unglaublich wie er in Form ist. Er ist relaxt, konzentriert - das ist der Wahnsinn", sagte der Sieger gestern nach dem Erfolg in der Dreisterneprüfung zu der Vorstellung des zwölfjährigen Württemberger Wallachs.

Das nach Dressur und Gelände in Führung liegende Paar verteidigte diese mit einer großen Souveränität. Dabei hatte die Konkurrenz vorgelegt, denn die auf den Plätzen folgenden Sandra Auffahrt auf Opgun Louvo und Ingrid Klimke mit Tabasco waren vor Jung im Springparcours ohne Fehler geblieben - und mussten sich am Ende doch mit den Plätzen zwei und drei begnügen.

Überhaupt waren die deutschen Vielseitigkeitsreiter das Maß aller Dinge in Marbach. "Das ist fantastisch. Vorne haben alle den Wettbewerb mit dem Dressurergebnis beendet", kam der Bundestrainer Hans Melzer ins Schwärmen. Jung und Sam gar mit 29,50 Punkten - einer neuen Bestmarke. Einzig der Japaner Kenki Sato (siehe untenstehenden Artikel) gelang es auf Platz acht in die Phalanx der ersten 14 einzubrechen. Die Plätze sechs (mit King Artus) und zwölf (mit Hop and Skip) belegte dabei der aus Gomadingen stammenden Dirk Schrade. Nachdem er im vergangenen Jahr nicht in die Heimat gekommen war, musste er seinen Auftritt nicht bereuen. Vor allem auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele im Sommer in London konnte sich Schrade ausgesprochen positiv präsentieren. "Ich finde, es läuft gut", sagte er zu den Chancen, am Ende des Nominierungsprozesses einen der fünf umkämpften Plätze im deutschen Team zu erhalten. Entschieden wird das aber erst nach den noch anstehenden Wettbewerben in Luhmühlen und Aachen.

Ein positives Fazit duften auch die Veranstalter ziehen. Das fängt beim Wetter an und hört beim Ablauf auf: 250 Reiterinnen und Reiter, 241 Geländestarts am Samstag wurden ohne nennenswerte Unfälle über die Bühne gebracht. Auch das Bemühen der Veranstalter das Wochenende auch für die Zuschauer noch attraktiver zu machen, kam an. Ed Hollway beispielsweise, eiern der bekanntesten Moderatoren, hob mit seinem englischsprachigen Kommentaren das internationale Flair hervor.

"Eine bessere Werbung für unseren Sport kann man nicht machen", befand Hans Melzer nach dem gelungenen Wochenende in Marbach, das wieder einige tausend Zuschauer auf die Alb lockte, "der Wettbewerb hier ist sehr wichtig auf dem Weg nach London." So weit dachten nicht alle. Die Reiterinnen und Reiter bei der Vielseitigkeitsprüfung mit den Ponys waren schon mit bescheideneren Zielen zufrieden. Eine Starterin aus der Region hat sich da aber auch mächtig gefreut: Hanna-Lea Kehrer aus Reutlingen wurde auf ihrem Pony Cyrano neue Landesmeisterin.

Mehr Informationen und alle Ergebnisse gibt es im Internet: www.eventing-marbach.de

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