Ein Mönch und das Glück im Sattel

Für Kenki Sato ist Marbach eine Art Heimspiel. Der buddhistische Mönch, der gestern die Dreisterne-Prüfung auf Rang acht und damit als bester nichtdeutscher Starter beendet hat, war schon das dritte Mal hier.

|

Der Eindruck könnte täuschen: Kenki Sato hat keineswegs die weiteste Anreise. Im Gegenteil, in rund einer Stunde ist der 27-Jährige im Haupt- und Landgestüt gewesen. Denn seit dem vergangenen Sommer lebt Sato in Altheim bei Horb, um sich in der Reitschule der Familie Jung auf die Olympischen Spiele in London vorzubereiten. Die war am Wochenende beinahe komplett vertreten und hat ihrem Gast auf Zeit gratuliert zu seiner starken Vorstellung bei der Dreisterneprüfung. "Es geht Schritt für Schritt voran", lobte der Trainingspartner und Weltmeister Michael Jung.

Kenki Sato ist bereits sein zweites Jahr in Deutschland, 2010 ging er nach Sprockhövel, in den Ausbildungs- und Turnierstall des in Gomadingen geborenen Dirk Schrade. "Ich wollte an meiner Karriere feilen und dafür bekam ich in Deutschland die besten Möglichkeiten", erzählte er.

Seit seinem siebten Lebensjahr reitet Kenki Sato - und führt damit eine Tradition der Familie fort, die in Nagano lebt. Auch Satos Vater war ein bekannter Reiter, seine Schwester und sein Bruder sind erfolgreiche Springreiter. Wenn Kenki Sato nicht in Sachen Reiten unterwegs ist, dann führt er das Leben eines buddhistischen Mönchs. Auch das hat Tradition im Hause Sato, sein Vater ist der Vorsteher des buddhistischen Klosters in der Stadt.

"Kenki ist sehr ehrgeizig und lernt sehr schnell", sagt Michael Jung über seinen Trainingsgast. Von dem Wissen und Können des Welt- und Europameisters profitiert Sato ebenso, wie von dem großen Angebot an Pferden, die er neben seinen beiden eigenen dort reiten kann und dem phantastischen Gelände, in dem 50 Hindernisse aufgebaut werden können (zwei Wasserkomplexe inklusive) und das keine Wünsche offen lässt. Das bringt auch Satos eigene "tolle Pferde", wie Michael Jung Toy Boy und Chippieh beweret, große Lerneffekte. "Ich bin stolz, mit Michi trainieren zu können", sagte Kenki Sato.

Mit Chippieh, einem zehnjährigen Holsteiner, gewann der Japaner 2010 die Nachwuchsserie Derby Dynamic Cup und hatte auch am Wochenende in Marbach seine beste Platzierung mit Rang acht in der Dreisterneprüfung.

Seinen größten Erfolg feierte Sato mit dem Sieg - Einzel und Teamwertung - bei den Asienspielen im Jahr 2010. Bei der Weltmeisterschaft in Kentucky landete er auf Platz 35. Und daran, dass sich Japan für die Olympischen Spiele 2012 qualifiziert hat, hatte Sato den größten Anteil.

Michael Jung bescheinigt ihm ein großes Lernvermögen ("Er kann alles sehr gut umsetzen") und hat viel Freude an der gemeinsamen Arbeit: "Kenki hat immer ein Lächeln auf den Lippen und ist ein sehr fröhlicher Mensch." Gestern traf das ganz besonders zu, denn Sato durfte mit sich und seinen Pferden sehr zufrieden sein.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Informieren, beraten, testen

Rund 30 Aussteller aus dem Gesundheits- und Präventionsbereich füllten beim ersten Gesundheitstag die Auinger Sporthalle. weiter lesen