Ideale Lauftemperaturen

Erstmals mit "Biosphärenlauf" fand am Samstag der traditionelle Auinger "Spätzleslauf" statt. Beim Hauptlauf schon hatten aber auch die behinderten Sportler der Stuttgarter MTV-Wheelers Premiere.

Toll, was alles läuft - beziehungsweise rollt: Oliver Bedow vom MTV Stuttgart sitzt in seinem Spezial-Handbike, die Beine, die er aufgrund seiner Gehbehinderung nicht nutzen kann, sind in Halterungen festgeschnallt. Das Bike bewegt er mit Handantrieb - ebenso wie seine sechs ebenfalls gehbehinderten Mitstreiter, die am Wochenende erstmals zum Spätzleslauf nach Auingen gekommen waren.

Sie alle, darunter die zehnjährige Katharina im Rennrolli und der elfjährig Rouven mit Handbike, nahmen am Hauptlauf des diesjährigen Auinger Rennens teil. Die Idee zum Mitmachen und damit zur Integration von Behindertensport in die reguläre Sportveranstaltung kam vom Vorstand des SV Auingen, Rolf König.

Nach dem Rennen grinst Oli Bedow: "Das war ordentlich off road unterwegs, hat viel Spaß gemacht!" Die 6600 Meter lange Laufstrecke des Auinger Spätzleslaufs war für die Handbiker eine echte Herausforderung: Anders als die Läufer können sie sich nicht der wechselnden Bodenbeschaffenheit anpassen - die Bikes sind, mit teilweise noch geklebten Reifen, für die Straße gemacht. Dafür schaffen sie auch dank Muskelkraft bis zu 35 Kilometer in der Stunde.

Klar, dass die Handbiker schneller im Ziel waren als die 49 Läufer des Hauptlaufs. Doch auch die teilnehmenden Frauen und Männer bewältigten die Strecke in sehr ordentlichen Zeiten, sicher nicht zuletzt dank der für diesen Sommer plötzlich ungewöhnlich kühlen Temperaturen. Zum Laufen waren die geradezu ideal.

So mögen wohl auch noch 20 weitere Teilnehmer gedacht haben, die sich kurzfristig zum Start des Biosphärenlaufs um 18 Uhr meldeten. Insgesamt waren damit 54 Läufer am Start zu dem anspruchsvollen, neu ausgeschriebenen Lauf über eine Distanz von 15 Kilometern durchs Biosphärengebiet.

"Untrainierte machen den nicht", urteilte SV-Mitorganisator Dennis Kaiser und wies dabei explizit auf den Geländeschnitt und die unterschiedlichen Böden des Biosphärenlaufs hin: Die Höhendifferenz über die 15 Kilometer lange Strecke betrug insgesamt 100 Höhenmeter, doch ging es während des Laufs mehrfach bergauf und bergab, so dass die Läufer doch ganz schön gefordert waren. Der Schnellste immerhin bewältigte die anspruchsvolle Strecke in einer guten Stunde.

Während der Biosphärenlauf als Höhepunkt des diesjährigen Spätzleslaufs wegen eventueller großer Hitze erst am Abend um 18 Uhr gestartet werden durfte, fanden die Läufe für Kids, Schüler, Jugendliche und Erwachsene bereits am frühen Nachmittag statt und hatten auch zahlreiches Publikum. Die Bambinis, insgesamt 47, freuten sich auch ohne Wertung über Medaillen und Urkunden, während die 30 am AOK-Kids-Cup teilnehmenden Mädchen und Jungen mit T-Shirts und - entsprechend ihren Platzierungen - auch mit Siegerehrung und Preis belohnt wurden.

Über die Spätzle, die jeder Läufer im Ziel von der Sponsorfirma Tress erhielt, freute sich der behinderte Rouven Ackermann im Handbike am meisten: Spätzle mit Soße sind sein Leibgericht.


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