"Wir haben nur Endspiele"

Mit dem 30:31 im Spitzenspiel der Frauenhandball-Bundesliga gegen den Thüringer HC hat die TuS Metzingen ihren Vorsprung im Meisterschaftsrennen aus der Hand gegeben. Aber es geht rasant weiter.

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Kino war angesagt am Sonntag für einen Teil des Metzinger Teams. "Um die Köpfe frei zu bekommen", wie Sabine Stockhorst sagt. Die Torhüterin bot am Samstag vor 2600 Zuschauern in der ersten Hälfte des Spitzenspiel in der Tübinger Paul-Horn-Arena mit zehn Paraden eine ganz starke Leistung.

Auf dieser Basis waren die Metzingerinnen auf einem guten Weg, den Thüringer HC, den deutschen Serienmeister der vergangenen fünf Jahre, zu schlagen. Damit wäre der Vorsprung auf den THC auf vier Punkte angewachsen, ebenso wie die Titelchancen in den noch ausstehenden drei Ligaspielen. Aber es kam anders.

Die Metzingerinnen führten 3:0, 8:4, 13:9. Dann kam der erste Schock, nach 23 Minuten war für Julia Behnke das Spiel beendet. Die Nationalspielerin hatte sich am Knie verletzt. Aber Metzingen hat eine gute Bank, die das zumindest in der Abwehr kompensierte. In der zweiten Hälfte blieb das Duell umkämpft (17:16), wobei die Metzinger Spielmacherin Anna Loerper (4 Tore) und die starke Bernadett Temes (10/3) in den kniffligen Situationen wichtige Treffer erzielten. Aber als dann Tonje Loseth nach ihren dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah (50.), war das Metzinger Abwehrzentrum nicht mehr auf dem Feld und der Angriff einer Spitze beraubt.

Den Metzingerinnen fehlte entscheidende Substanz im Endspurt einer Partie, in der sie lange Zeit mit vier Toren in Führung lagen. Aus einem 29:26 (52.) wurde noch eine 30:31-Niederlage. "Das Ausscheiden der beiden war ein Knackpunkt", sagte Loerper, "und am Ende haben wir einfach zu viele Fehler gemacht." Ein Ballverlust 20 Sekunden vor dem Schlusspfiff und eine Zwei-Minuten-Strafe für Loerper zählen hierzu und ermöglichten erst den Thüringer Siegtreffer durch den Siebenmeter von Anja Huber in der letzten Aktion des dramatischen Spiels. Dabei, so bemängelt Sabine Stockhorst die fehlende Cleverness, "hätte uns ja auch ein Unentschieden gereicht, um weiter Tabellenführer zu bleiben."

Viel Zeit zur Aufarbeitung haben die Metzingerinnen nicht. Bei der SG BBM Bietigheim morgen (20 Uhr, Sporthalle am Viadukt), die mit zwei Zählern weniger als das punktgleiche Führungstrio Thüringer HC, TuS Metzingen und HC Leipzig auf Rang vier steht, folgt die nächste große Herausforderung. Die beiden letzten Saisonspiele gegen die Füchse Berlin (11. Mai) und die HSG Bad Wildungen (14. Mai) erscheinen da im Vergleich als leichte Aufgaben. Anna Loerper sagt dennoch: "Wir haben nur noch Endspiele."

Darunter auch die beiden Finalpartien im EHF-Cup gegen das ungarische Team aus Dunaujvaros. Das Hinspiel am Samstag (20 Uhr, Paul-Horn-Arena) komplettiert dann eine ganz besondere Woche für die TuS Metzingen. Die hat schlecht begonnen und soll gut enden. "In die Vergangenheit zu schauen bringt ja nichts", sagt Stockhorst, wir haben ja noch die Chance, Titel zu gewinnen.

Spiel-Statistik

TuS Metzingen: Obein, Stockhorst - Zapf (2), Kubasta, Stefani, Loerper (4), Putzke, Loseth (3), Dinkel, Weigel (1), Szücs, Vollebregt, Michielsen (4), Beddies (3), Temes (10/3), Behnke (3).

Thüringer HC: Krause, Eckerle - van de Wiel, Scheffknecht (4), Frey, Buceschi, Pintea (2), Schmelzer (2), Sneider, Luzumova (4), Engel (4), Huber (14/8), Wohlbold (1).

Siebenmeter: 5/3 (Loerper und Temes scheitern) - 8/8.

Zeitstrafen: Loerper, Loseth (3=Rot 50.), Temes, Behnke - Pintea (3=Rot 53.), Sneider.

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